In der beschaulichen Region Zwettl sind die Feuerwehren aktiv dabei, einen bedeutenden Schritt in der Waldbrandprävention zu gehen. In einem gemeinsamen Projekt wird ein „Waldfachplan“ erstellt, der auf eine effektive Handhabung von Waldbränden abzielt. Die Feuerwehren Niederösterreichs arbeiten hierbei eng mit der Forstbehörde, den Gemeinden und Waldbesitzern zusammen, um eine präzise Infrastrukturkarte der Waldgebiete zu schaffen. Diese Karte wird nicht nur alle Wege erfassen und klassifizieren, sondern auch die Eignung für Löschfahrzeuge dokumentieren und Wasserentnahmestellen verzeichnen. Ein solches Unterfangen ist von großer Bedeutung, denn es soll die Einsatzkräfte, insbesondere die ortsunkundigen, bei Einsätzen unterstützen und somit die Sicherheit erhöhen.

Am 26. Februar trafen sich rund 100 Feuerwehrmitglieder in Groß Gerungs, um sich über das Projekt zu informieren und Schulungen in der Kartierungssoftware zu erhalten. Referenten waren Michael Berger, Bezirksförster der BH Zwettl, sowie Stefan Maierhofer vom Forsttechnischen Büro. Ziel des Projektes ist die Erstellung einer umfassenden digitalen und analogen Karte, die bis zum Sommer 2026 fertiggestellt sein soll. Diese Karte wird nicht nur den Feuerwehren, sondern auch der Polizei, dem Rettungsdienst, dem Bundesheer und dem Flugdienst bei großflächigen Waldbränden sowie Forstunfällen und Personensuchen von großem Nutzen sein.

Waldbrandmanagement: Ein ganzheitlicher Ansatz

Doch der Waldfachplan ist nur ein Teil eines umfassenderen Waldbrandmanagements. Ein strukturierter Waldbrandmanagementplan bietet eine solide Grundlage für die Priorisierung und Sicherheit in der Waldbrandvorsorge. Er enthält praktisches Wissen zur sicheren Betriebsführung und zur Krisenbewältigung und kann nahtlos in die forstliche Planung integriert werden. Eine Prozesskarte identifiziert die Akteure, deren Aufgaben und Abhängigkeiten, was eine Analyse von Schwachstellen ermöglicht. Fachkundige Unterstützung wird dabei empfohlen, um regionale Pläne und Maßnahmen zu entwickeln.

Zu den präventiven Maßnahmen gehört unter anderem die Aufklärung der Waldbesuchenden über die Risiken von Waldbränden sowie die Anbringung von Schildern zu Waldbrandursachen und aktuellen Waldbrandindices. Außerdem sollten Kontaktlisten für den Austausch mit Stakeholdern gepflegt und Baumarten gefördert werden, die schwer brennen, wie Laubholz.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Die Vorbereitung auf mögliche Waldbrände ist ebenso essenziell. Abläufe mit den Feuerwehren müssen geübt werden, und es ist wichtig, dass die Feuerwehr zu Bränden geführt und unterstützt wird. Hierbei können Risikokarten, die Schutzgüter und schnell brennbare Waldflächen darstellen, von großem Wert sein. Die Beachtung des Waldbrandgefahrenindex (WBI) und die Wetterbedingungen sind ebenfalls entscheidend. Bei hohem WBI sollten Feuerstellen gesperrt und Kontrollgänge von Risikoorten durchgeführt werden, um schnellstmöglich auf Notfälle reagieren zu können.

Gemeinsame Verantwortung für den Wald

Die effektive Zusammenarbeit zwischen den Akteuren – von der Forstwirtschaft über die Feuerwehr bis hin zu Gemeinden und Waldbesitzern – ist der Schlüssel zur Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Schadensstärke von Waldbränden. Dabei ist es wichtig, sich regelmäßig abzusprechen und eine Priorisierung der Maßnahmen zu entwickeln, um schützenswerte Objekte wie Wohnsiedlungen, Autobahnen und Naturschutzflächen nicht aus den Augen zu verlieren.

Insgesamt zeigt sich, dass durch die neue Einsatzkarte und die umfassenden Waldbrandmanagementstrategien nicht nur die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöht wird, sondern auch der Schutz unserer wertvollen Waldgebiete. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie unter MeinBezirk, FVA BW und Waldwissen.net.