Heute ist der 20.02.2026 und die Thematik der Suizidprävention gewinnt zunehmend an Bedeutung, sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Besonders nach tragischen Ereignissen, wie dem kürzlichen Vorfall im Bezirk Zwettl, bei dem ein Kleinkind verstorben ist und die Mutter in Untersuchungshaft sitzt, wird deutlich, wie wichtig es ist, über Hilfsangebote für Menschen mit Suizidgedanken und deren Angehörige zu informieren. In solchen schweren Zeiten ist es unerlässlich, Unterstützung zu suchen und sich nicht allein zu fühlen.
In Österreich stehen zahlreiche Hilfsangebote zur Verfügung. Das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums bietet umfassende Informationen und Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen. Die Website www.suizid-praevention.gv.at ist eine wertvolle Ressource für Betroffene und deren Angehörige. Zudem gibt es spezielle Notrufnummern wie die Rat auf Draht unter 147 für Kinder und Jugendliche, die anonym und kostenlos rund um die Uhr erreichbar ist, sowie die Ö3-Kummernummer unter 116 123, die täglich von 16 bis 24 Uhr zur Verfügung steht. Für allgemeine telefonische Unterstützung können Menschen die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 kontaktieren, die ebenfalls rund um die Uhr einen vertraulichen Notrufdienst anbietet. Für Angehörige und Freunde von Menschen mit Suizidgedanken bietet die Website www.bittelebe.at zusätzliche Hilfe.
Hilfsangebote in Deutschland
Auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl an Hilfsangeboten für Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) unterstützt bei der Suche nach passenden Hilfsangeboten, bietet jedoch keine Krisenberatung an. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hinterlässt jeder Suizid durchschnittlich 5 bis 7 Angehörige, wodurch in Deutschland jährlich mindestens 50.000 Hinterbliebene betroffen sind. Die Trauer kann oft über Jahre anhalten und mehrere hunderttausend Menschen beschäftigen sich aktiv mit der Trauer nach einem Suizid.
Zu den Hilfsangeboten in Deutschland zählen unter anderem die AGUS e.V. (Angehörige um Suizid), die eine Selbsthilfeorganisation für Hinterbliebene darstellt und über 100 Selbsthilfegruppen anbietet. Zudem gibt es Beratungsstellen wie BeSu Berlin, die Unterstützung und Gruppengespräche für suizidbetroffene Angehörige anbieten. Die Hilfsangebote umfassen stationäre psychiatrische Behandlungen für akute Suizidalität, ambulante psychotherapeutische Unterstützung sowie sozialpsychiatrische Dienste, die niedrigschwellige Beratung und Krisenintervention bieten.
Netzwerke und Weiterbildung
In Deutschland existieren regionale Netzwerke zur Suizidprävention, die aus kooperierenden Institutionen und Personen bestehen, die Hilfen entwickeln und koordinieren. Diese Netzwerke haben das Ziel, Suizide zu vermeiden und sichere, niedrigschwellige Hilfen für suizidale Menschen zu fördern. Die Webseite www.suizidpraevention.de bietet Links zu Hilfsangeboten und einen Hilfefinder, der durchsuchbare Datenbanken und Verzeichnisse zu Hilfsangeboten bereitstellt. Neben telefonischen Beratungen sind auch Chat- und Mailberatungen verfügbar, um in schwierigen Lebenslagen Unterstützung zu bieten.
In akuten Krisen kann die Notrufnummer 112 kontaktiert werden, um sofortige Hilfe zu erhalten. Die Vielzahl an regionalen und bundesweiten Hilfsangeboten, darunter Telefonseelsorge und Beratungsstellen, zeigt, dass es in Deutschland viele Anlaufstellen für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte gibt. Es ist entscheidend, dass Menschen in Krisensituationen die benötigte Unterstützung in Anspruch nehmen und wissen, dass sie nicht allein sind.