Am 5. Februar 2026 fand in Zwettl ein bedeutender Jahresauftakt der Jungen Wirtschaft statt, der sich mit den essenziellen Themen des staatlichen Pensionssystems, der Altersvorsorge und dem langfristigen Vermögensaufbau beschäftigte. Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Zwettl in der Bezirksstelle Zwettl organisiert. Bezirksvorsitzender Lukas Karl eröffnete die Veranstaltung und betonte die Wichtigkeit fundierter Vorsorgeentscheidungen für die Zukunft.

Ein zentrales Thema der Veranstaltung war das staatliche Pensionssystem, das von Martin Trettler, dem Obmann der Fachgruppe der NÖ Finanzdienstleister, näher erläutert wurde. Er stellte das Pensionskonto vor und zeigte auf, wo mögliche Pensionslücken bestehen könnten. Zudem thematisierte er sowohl betriebliche als auch private Vorsorgemöglichkeiten, die für eine umfassende Altersvorsorge unerlässlich sind.

Vermögensaufbau im Fokus

Gernot Witzmann, Leiter der Vertriebsunterstützung Veranlagungen der Waldviertler Sparkasse, sprach über die Chancen, Risiken und Strategien des Vermögensaufbaus. In seinem praxisnahen Überblick stellte er verschiedene Anlageklassen vor und erläuterte wichtige Kennzahlen für die langfristige Finanzplanung. Die Veranstaltung machte deutlich, wie entscheidend frühzeitige und fundierte Entscheidungen in Bezug auf die Altersvorsorge sind.

Parallel zu diesen lokalen Initiativen gibt es auch auf nationaler Ebene bedeutende Entwicklungen. Am 17. Dezember 2025 beschloss die Bundesregierung eine Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Diese Reform wird derzeit im Bundestag und Bundesrat behandelt und soll die Riester-Rente durch flexiblere, renditenstärkere und kostengünstigere Produkte ersetzen. Ein neues Altersvorsorgedepot ohne Garantie wird eingeführt, um von höheren Renditechancen zu profitieren, beispielsweise durch ETFs. Für sicherheitsorientierte Anleger bleiben Garantieprodukte verfügbar. Das Ziel dieser Reform ist es, private Altersvorsorge für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen attraktiver zu gestalten.

Neuerungen in der Altersvorsorge

Die Reform sieht auch die Einführung der Frühstart-Rente vor, die Kindern und Jugendlichen ein Startkapital für ihre private Altersvorsorge bereitstellt. Die Zulagenförderung wird ebenfalls reformiert, sodass 1.800 Euro Eigenvorsorge pro Jahr gefördert werden. Für jeden selbst eingezahlten Euro bis 1.200 Euro gibt es 30 Cent staatliche Zulage, bis zu weiteren 600 Euro sind es 20 Cent, wobei maximal 480 Euro Zulage pro Jahr möglich sind. Eltern erhalten zusätzlich 25 Cent pro Spar-Euro und Kind, mit einem Maximum von 300 Euro pro Jahr.

Die bestehenden Riester-Verträge werden weiterhin gelten, während die neuen Produkte der privaten Altersvorsorge ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein sollen. Ein freiwilliger Wechsel zu den neuen Altersvorsorgemöglichkeiten wird erleichtert, um den Anlegern mehr Flexibilität zu bieten.

Diese umfassenden Reformen der Altersversorgung in Deutschland, die alle drei Säulen – gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge – berücksichtigen, zeigen den klaren Fokus der Bundesregierung auf eine Stärkung der freiwilligen privaten Altersvorsorge. Der Entwurf des Altersvorsorgereformgesetzes und die Eckpunkte zur Frühstart-Rente sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Altersvorsorge für zukünftige Generationen zu sichern und zu verbessern.

Für weitere Informationen zur Reform der privaten Altersvorsorge und deren Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, besuchen Sie bitte die offizielle Seite der Bundesregierung. Auch die Details zur Veranstaltung in Zwettl können Sie auf der Webseite von MeinBezirk nachlesen.