In Niederösterreich wird derzeit an einer neuen Wirtschaftsstrategie gearbeitet, die das Ziel hat, die Region als starken Wirtschaftsstandort in Europa zu positionieren. Rund 200 Vertreter aus verschiedenen Bereichen, darunter Wirtschaft, Forschung, Verwaltung und Hochschulen, haben an der Entwicklung dieser Strategie mitgewirkt. Die offizielle Präsentation fand in der Spitzenfabrik in St. Pölten unter dem Motto „Wirtschaft stärken. Zukunft sichern.“ statt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hob die zentrale Rolle der Wirtschaft für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Innovation hervor und gab eine positive Prognose für das Wirtschaftswachstum in 2023 von rund 1,2 Prozent bekannt. Die Strategie beschreibt Niederösterreich als starkes Wirtschafts-, Unternehmer-, Forschungs- und Innovationsland (Quelle 1).
Die Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+, die im Februar 2026 beschlossen wurde, verfolgt drei zentrale Ziele. Erstens soll die Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung, Automatisierung und den Abbau von Bürokratie gestärkt werden. Zweitens wird das wirtschaftliche Fundament durch die Unterstützung der Industrie, des Gewerbes, des Handwerks, von Familienbetrieben und Neugründungen gefestigt. Drittens liegt ein Fokus auf der Förderung von Innovation und Forschung, insbesondere in Zukunftsbranchen wie der Weltraumwirtschaft, Bahntechnologie, Kreislaufwirtschaft und Gesundheitswirtschaft. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, eine leistungsstarke, wettbewerbsorientierte und resiliente Wirtschaft zu fördern und so Wohlstand, Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt zu sichern (Quelle 2).
Wichtige Akteure und Rahmenbedingungen
Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, betonte die Wichtigkeit klarer Rahmenbedingungen für die Unternehmen in der Region. Kari Ochsner, Präsident der niederösterreichischen Industriellenvereinigung, hob die Bedeutung der Industrie für den Wohlstand und die soziale Sicherheit hervor. Unternehmer fordern mehr Bürokratieabbau und betonen den „Faktor Mensch“ als entscheidenden Aspekt für den wirtschaftlichen Erfolg. Der Fachbeirat Zukunft.Wirtschaft.Niederösterreich unter dem Vorsitz von Christian Helmenstein spielt eine zentrale Rolle in der Strategieentwicklung und setzt sich dafür ein, die besonderen Stärken Niederösterreichs im internationalen Wettbewerb herauszustellen (Quelle 1).
Ein weiteres zentrales Element der Strategie ist die Förderung von Digitalisierung und smarten Technologien, um Chancen in Bereichen wie der Kreislaufwirtschaft und Mobilitätstechnologien zu nutzen. Die Initiative zielt darauf ab, die Position Niederösterreichs als wettbewerbsfähigen und innovativen Wirtschaftsstandort weiter auszubauen. Dies geschieht nicht nur durch Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung, sondern auch durch die Unterstützung exzellenter Unternehmensleistungen und die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in Schlüsseltechnologien (Quelle 2).
Ein Blick über die Grenzen: Deutschlands wirtschaftliche Ambitionen
Die Entwicklungen in Niederösterreich stehen im Kontext der wirtschaftlichen Bestrebungen Deutschlands, das Land als starke Industrienation und Gründer-Nation zu positionieren. Die Bundesregierung setzt auf Entlastungen, Innovationsförderung und erhebliche Investitionen in Digitalisierung, Infrastruktur und Energieversorgung. Ziel ist es, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dazu gehört unter anderem der Abbau von Bürokratiekosten um 25% und die Unterstützung der Automobilindustrie in der Elektromobilität (Quelle 3).
Insgesamt zeigt sich, dass sowohl Niederösterreich als auch Deutschland bestrebt sind, innovative und zukunftsorientierte Ansätze zu verfolgen, um ihre wirtschaftlichen Positionen zu stärken. Die enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft in Niederösterreich könnte dabei als Vorbild für andere Regionen dienen, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern.