In der Welt des Wohnbaus gibt es immer wieder spannende Entwicklungen, die sowohl ökologisch als auch sozial einen Unterschied machen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das Wohnbauprojekt „Neu in der Stadt“ in der Ungargasse 27, Wiener Neustadt. Dieses Projekt hat kürzlich die BREEAM-Zertifizierung mit beeindruckenden 90,3 Prozent der erreichbaren Punkte erhalten. Damit hat es das beste Ergebnis für einen Bestandswohnbau im deutschsprachigen Raum erzielt und wurde mit der höchsten Zertifizierungsstufe „Herausragend“ ausgezeichnet. Die Bewertung wurde durch TÜV SÜD in neun Kategorien vorgenommen, wobei besonders hohe Punktzahlen in den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden, Transport, Boden und Ökologie sowie Emissionen erzielt wurden.

Das Projekt umfasst insgesamt drei Baukörper mit 46 Mietwohnungen, die im September 2024 fertiggestellt werden. Rückmeldungen aus einer Bewohnerbefragung zeigen eine hohe Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld. Besonders bemerkenswert ist, dass „Neu in der Stadt“ ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte miteinander kombiniert. Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören Photovoltaikanlagen, begrünte Freiflächen, Insektenhotels, eine begrünte Feuermauer sowie diverse Angebote für Car-Sharing, eine Waschstation für Fahrräder und Hunde und eine Paketstation. Architektonisch besticht das Ensemble durch eine reduzierte Gestaltung, die sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Der Zertifizierungsprozess wurde von CBRE als Auditor begleitet, um sicherzustellen, dass alle Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt werden.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die BREEAM-Zertifizierung ist ein international anerkanntes Bewertungssystem für Gebäude, das ökologische, ökonomische und soziale Kriterien über den gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet. Die Kriterien zur Bewertung umfassen eine Vielzahl von Aspekten, die entscheidend für die Nachhaltigkeit eines Bauprojekts sind. Dazu zählen unter anderem der Landverbrauch, die Ökologie, der Einsatz nachhaltiger Materialien und die Energieeffizienz. Auch die Wassernutzung spielt eine wesentliche Rolle, da die Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs und die Berücksichtigung von Regen- und Grauwasserwiederverwendung gefördert werden. Zusätzlich werden Strategien zur Müllvermeidung und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft thematisiert.

Der Bereich Gesundheit und Wohlbefinden ist ebenfalls von großer Bedeutung. Hier wird der Einfluss von Gebäuden auf das Wohlbefinden der Nutzer, die Verbesserung von Lichtverhältnissen und die Luftqualität bewertet. BREEAM verfolgt das Ziel, nicht nur umweltfreundliche, sondern auch gesundheitsfördernde Lebensräume zu schaffen. Der Zertifizierungsprozess ist somit ein wichtiger Bestandteil nachhaltigen Bauens und trägt dazu bei, dass innovative Lösungen und bewährte Methoden in die Planung und Umsetzung von Bauprojekten einfließen.

BREEAM und seine Bedeutung

Das BREEAM-System wurde 1990 eingeführt und gilt als das älteste System zur ökologischen Gebäudezertifizierung. Es hat die Grundlagen für nachhaltiges Bauen gelegt und zahlreiche Projekte weltweit inspiriert. BREEAM ist in Großbritannien am weitesten verbreitet und hat sich als führendes System etabliert. Durch ein Punktesystem werden verschiedene Kriterien bewertet, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche und soziale Aspekte berücksichtigen. Diese umfassende Herangehensweise fördert nicht nur den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft.

Insgesamt zeigt das Wohnbauprojekt „Neu in der Stadt“ in Wiener Neustadt, wie durchdachte Planung und innovative Ansätze in der Architektur zu einem nachhaltigen Lebensraum führen können. Die Kombination aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren sorgt dafür, dass dieses Projekt als Vorbild für zukünftige Bauvorhaben dienen kann. Für weitere Informationen zu den Nachhaltigkeitskriterien und der BREEAM-Zertifizierung können Sie hier und hier nachlesen. Die kontinuierliche Anpassung der BREEAM-Kriterien stellt sicher, dass das System mit den fortschreitenden technologischen Entwicklungen Schritt hält und ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu nachhaltigem Bauen bleibt.