Am 11. Februar 2026 hat die Stadt Wiener Neustadt einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltige Entwicklung getan. In einer feierlichen Zeremonie wurde eine strategische Partnerschaft mit dem Bund im Bereich nachhaltige öffentliche Beschaffung geschlossen. Damit ist Wiener Neustadt die vierte Stadt Österreichs, die sich zu ökologischen Kriterien in der Beschaffung bekennt, nach Linz, Villach und Graz. Die Umsetzung dieser Partnerschaft erfolgt in Zusammenarbeit mit der naBe-Plattform der Bundesbeschaffung GmbH (BBG), die sich auf nachhaltige Beschaffung spezialisiert.
Bundesminister Norbert Totschnig hebt die Vorbildrolle von Wiener Neustadt im Umwelt- und Klimaschutz hervor. Bürgermeister Klaus Schneeberger und die Stadträte Franz Dinhobl und Norbert Horvath betonen ebenfalls die immense Bedeutung dieser Partnerschaft für eine nachhaltige Beschaffung in der Stadt. Über 50 Prozent der Beschaffungsgruppen in Wiener Neustadt entsprechen bereits den festgelegten Kriterien. Die Partnerschaft wurde im September 2025 vom Gemeinderat beschlossen und feierlich unterzeichnet, mit dem Ziel, verbindliche Orientierung an Nachhaltigkeitskriterien in 16 Beschaffungsgruppen zu schaffen.
Ziele der naBe-Partnerschaft
Die naBe-Partnerschaft verfolgt mehrere Ziele: Sie soll die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand stärken, Umwelt- und Klimabelastungen reduzieren und langfristige Kosteneinsparungen ermöglichen. Zudem wird angestrebt, Impulse für regionale Wirtschaftskreisläufe zu setzen. Im Rahmen dieser Kooperation sind auch Maßnahmen wie die Bestellung eines naBe-Beauftragten zur Koordination der Nachhaltigkeitsziele innerhalb der Stadtverwaltung geplant. Diese Rolle soll die verschiedenen Initiativen bündeln und die Umsetzung der naBe-Kriterien weiter vorantreiben.
Öffentliche Beschaffung hat in Österreich ein volkswirtschaftliches Potenzial von rund 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Jahr. Der nationale Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (naBe) zielt darauf ab, dieses Potenzial zu heben und konkretisiert die Anforderungen des Bundesvergabegesetzes. Der Aktionsplan bietet nicht nur Orientierung für Beschaffer, sondern regelt auch den Einkauf von biologischen Lebensmitteln, grünem Strom und emissionsfreien Fahrzeugen. Dies zeigt, wie ernst die österreichische Bundesregierung Umwelt- und Klimaschutz sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen nimmt. Weitere Städte, wie Klagenfurt, haben bereits erfolgreiche Projekte zur E-Mobilität umgesetzt, die als Best-Practice-Beispiele für andere Kommunen dienen können.
Innovationen durch öffentliche Beschaffung
Wiener Neustadt selbst setzt bereits Maßnahmen wie die Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks um. Dies ist Teil einer breiteren Strategie, die auch innovationsfördernde öffentliche Beschaffung umfasst. Hierbei stehen neue Herangehensweisen im Beschaffungsprozess im Vordergrund, um neue, bessere und effizientere Lösungen zu finden. Der Fokus liegt auf der Steigerung der Innovationskapazitäten von Unternehmen und der Schaffung neuer Märkte für Innovationen. Das „Leitkonzept für eine innovationsfördernde öffentliche Beschaffung“ wird als zentrales Instrument der nachfrageseitigen Innovationspolitik betrachtet.
Insgesamt zeigt die Partnerschaft von Wiener Neustadt mit der naBe-Plattform, wie wichtig nachhaltige Beschaffung für die Stadt ist. Diese Initiativen tragen nicht nur zur Reduktion von Umweltbelastungen bei, sondern fördern auch die regionale Wirtschaft und setzen ein starkes Zeichen für andere Städte und Gemeinden in Österreich. Die Bemühungen um eine nachhaltige und verantwortungsvolle Beschaffung werden somit zu einem wesentlichen Bestandteil der städtischen Entwicklung.