In den letzten Jahren hat die öffentliche Wahrnehmung von Beckenbodenproblemen, die viele Frauen nach der Geburt erfahren, zugenommen. Dennoch handelt es sich um ein Thema, das häufig nicht angesprochen wird. Die Becken Initiative – Selbsthilfe Österreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Missstand zu beheben und bietet ab 2026 monatliche Treffen in Wiener Neustadt an. Diese Treffen sollen betroffenen Frauen in Süd-Niederösterreich wertvolle Unterstützung bieten. Die ersten Termine sind für den 14. März und den 11. April 2026 angesetzt.

Die Treffen in Wiener Neustadt finden jeden zweiten Samstagvormittag von 9.30 bis 11.00 Uhr statt, mit Ausnahmen an Feiertagen und in den Ferien. Diese moderierten Austauschrunden bieten einen geschützten Rahmen, in dem Frauen ihre Erfahrungen teilen können, ohne dass es sich um Vorträge handelt. Ein interdisziplinäres Team aus Pflege, Therapie und psychosozialer Expertise wird die Treffen begleiten, was den Teilnehmerinnen zugutekommt. Marion Ronalter Frais, eine der Mitgründerinnen der Initiative, bringt persönliche Erfahrungen ein und hebt die Bedeutung eines sicheren Ortes für die betroffenen Frauen hervor.

Vielfältige Angebote und Unterstützung

Die Becken Initiative ist seit einem Jahr als zertifizierte Selbsthilfegruppe aktiv und wird von ProMami unterstützt. Neben den geplanten Treffen in Wiener Neustadt bleibt auch der Standort Amstetten weiterhin offen. Hier werden ebenfalls regelmäßige Treffen angeboten, darunter Themen wie Sexualität und Beckenboden sowie offene Runden für Fragen und Erfahrungen. Auch Online-Termine sind verfügbar, darunter eine Austauschrunde für junge Mütter am 16. April und 15. Oktober 2026.

Die Treffen sind nicht nur eine Plattform für den Austausch, sondern bieten auch Informationen und gegenseitige Stärkung. Für die Anmeldung zu den Wiener Neustadt-Terminen können Interessierte Marion Ronalter unter marion.ronalter@gmail.com kontaktieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich online anzumelden, wobei ein Link nach der Anmeldung zugesendet wird.

Selbsthilfegruppen als wertvolle Ressource

In Deutschland gibt es ein breites Angebot an Selbsthilfegruppen, die sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen. Diese Gruppen ermöglichen es den Betroffenen, sich über ihre Herausforderungen auszutauschen und Unterstützung zu finden. Das Recht auf umfassende Aufklärung über Behandlungen und Alternativen ist im deutschen Patientenrechtegesetz verankert. Selbsthilfegruppen sollten unabhängig sein und die Interessen ihrer Mitglieder vertreten, wie auch in der Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe beschrieben wird.

Patienten können sich an Gesundheitsämter, Krankenkassen oder Hausärzte wenden, um Informationen über lokale Selbsthilfegruppen zu erhalten. Darüber hinaus bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland kostenlose Beratungen an, die auch sozialrechtliche Fragen abdecken. Für Frauen, die mit Beckenbodenproblemen kämpfen, stellt die Becken Initiative in Wiener Neustadt und Amstetten eine wertvolle Ressource dar, um sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen und Unterstützung zu finden.