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In Wiener Neustadt wird derzeit kräftig gebaut – und das hat seine Gründe. Die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) befinden sich mitten in einer „Intensiv-Bauphase“ für den viergleisigen Ausbau der Nordeinfahrt des Hauptbahnhofs. Die rund 170 Millionen Euro teure Maßnahme soll bis 2029 abgeschlossen sein und zielt darauf ab, die Bahnverbindungen im Ballungsraum Wien zu verbessern, was von der Öffentlichkeit stark gefordert wird. Diese umfangreichen Arbeiten bringen jedoch einige Herausforderungen mit sich, insbesondere für die Anwohner.

Der Ausbau umfasst Schremmarbeiten, Hämmern und Bohren, die vor allem nachts stattfinden, um den Zugverkehr tagsüber nicht zu beeinträchtigen. Stadtsprecher Thomas Iwanschitz hat bereits sein Unmut über die nächtlichen Bauarbeiten geäußert, die ohne Einfluss der Stadt genehmigt wurden. In sozialen Medien wird heftig über die lauten Arbeiten diskutiert, auch wenn die ÖBB eine Ombudsstelle für Beschwerden eingerichtet hat, bei der bisher keine offiziellen Beschwerden eingegangen sind. Dennoch rechnen die Anwohner mit leichten Erschütterungen während der Rammarbeiten.

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Baufortschritt und Maßnahmen

Die Bauarbeiten beinhalten nicht nur die Errichtung eines vierten Gleises, sondern auch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen der Gleisanlagen. So werden neue Weichenverbindungen geschaffen, um die Kapazität zu erhöhen und eine flexiblere Einbindung der Züge zu ermöglichen. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, um den Fernverkehr überwiegend auf die Pottendorfer Linie umzuleiten, damit mehr Nahverkehrszüge auf der Südbahn fahren können. Der Abschnitt wird auch um die Verknüpfung von Südbahn und Pottendorfer Linie optimiert, sodass die Stadt zu einem wichtigen Knotenpunkt auf der Südstrecke avanciert.

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Die ersten Arbeiten, die bis April andauern sollen, konzentrieren sich auf die Schremmarbeiten für den Weicheneinbau und die Rammfundierungen für Behelfsbrücken. Ab Herbst 2026 sind neue Lärmschutzwände geplant, die dazu beitragen sollen, die Emissionen zu reduzieren. Diese Lärmschutzwände werden etwa 350 Meter lang und rund zwei Meter hoch sein und sollen zwischen der Pernerstorfer Straße und der Wiener Straße (B17) errichtet werden.

Ein wichtiges Projekt für die Zukunft

Der Ausbau des Hauptbahnhofs ist Teil eines umfassenderen Plans der ÖBB-Infrastruktur AG, die an über 100 Projekten entlang der Südstrecke arbeitet. Ziel ist es, die Reisezeiten zwischen Wien und Klagenfurt auf 2 Stunden und 40 Minuten zu reduzieren und die Verbindung von Graz nach Klagenfurt auf 45 Minuten zu optimieren. Der neue Fernverkehr der privaten Westbahn, die ab Mai fünfmal täglich zwischen Wien und Villach verkehrt und dabei einen Halt in Wiener Neustadt einlegt, wird von diesen Maßnahmen ebenfalls profitieren.

In der Diskussion um Lärmschutz wird deutlich, dass gesetzliche Ansprüche nur bei Neubauten oder wesentlichen Änderungen von Schienenwegen bestehen. Ein Lärmsanierungsprogramm der Bundesregierung ermöglicht es, Maßnahmen zur Lärmminderung durchzuführen, jedoch besteht kein Rechtsanspruch darauf. Seit 2016 stehen jährlich 150 Millionen Euro für solche Sanierungen zur Verfügung, wobei die Mittel für den Bau von Lärmschutzwänden und Zuschüsse für Schallschutzfenster vorgesehen sind. Die ÖBB und das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) spielen hierbei eine zentrale Rolle, indem sie die Fördermittel verwalten und die Anträge prüfen.

Die aktuellen Bauarbeiten in Wiener Neustadt sind also nicht nur eine Herausforderung für die Anwohner, sondern auch ein wichtiger Schritt in die Zukunft des Bahnverkehrs in Österreich. Trotz der temporären Unannehmlichkeiten verspricht das Projekt eine signifikante Verbesserung der Verkehrsanbindung und eine Entlastung für die Pendler im Raum Wien.

Für weitere Informationen zu den Bauarbeiten und deren Fortschritt können Sie die ÖBB Pressemitteilungen und die Lärmsanierungsrichtlinien besuchen.