Wiener Neustadt, als einer der zentralen Wirtschaftsstandorte in Niederösterreich, macht wieder auf sich aufmerksam. Unter dem Motto „Nein zum Beton, ja zum Boden“ wird die Serie „So tickt NÖ“ fortgesetzt, in der Andrea List-Margreiter von der Wirtschaftskammer (WKO) und Thomas Schaden vom SWV NÖ über die Stärken und Herausforderungen der Region berichten. Die Region ist nicht nur durch ihre ausgezeichnete Verkehrsanbindung gepunktet, sondern auch durch die enge Vernetzung von Wirtschaft, Bildung und Forschung. Das ergibt zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten für lokale Unternehmen, besonders in der Nähe zur Fachhochschule und innovativen Forschungszentren. Wie meinbezirk.at feststellt, gehört Wiener Neustadt auch zu den fünf Top-Bezirken für Unternehmensgründungen in Niederösterreich, mit 630 neuen Firmen im Jahr 2024.
Die langfristige Perspektive ist vielversprechend, denn in ganz Niederösterreich gibt es einen stabilen Trend bei Unternehmensgründungen. 2023 wurden 6.621 neue Unternehmen gegründet, was laut wko.at den drittbesten Wert seit 1993 darstellt. Bei den jüngsten Gründungen sind 48 Prozent Frauen, und der Großteil der Gründer wünscht sich mehr Flexibilität und den Traum, „ihr eigener Chef“ zu sein.
Die Stärken der Region
Die ausgewogene Branchenstruktur in Wiener Neustadt umfasst Bereiche wie High-Tech, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Diese Diversität macht die Region zu einem attraktiven Standort, auch für internationale Investoren. Die Broschüre „Unternehmerland Niederösterreich 2021“ hebt hervor, dass Niederösterreich zu den innovativsten und attraktivsten Wirtschaftsstandorten in Europa zählt, unterstützt durch Maßnahmen zur Standortförderung.
Dennoch gibt es Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden dürfen. Der Arbeitskräftemangel belastet viele Betriebe, vor allem in technischen und handwerklichen Berufen. Hohe Energiepreise machen vor allem energieintensive Unternehmen zu schaffen. Hinzu kommt der steigende Verwaltungsaufwand, der oft als Hemmschuh für die Innovationskraft empfunden wird. Auch internationale Unsicherheiten und globale Krisen werfen ihre Schatten auf die exportorientierten Firmen der Region. Daher wird verstärkt um Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Bürokratie und Steuern gebeten.
Nachhaltige Entwicklungen im Fokus
Aktuell wird auch die Diskussion zur Nachnutzung brachliegender Industrieareale versus Neubauten auf Grünflächen intensiv geführt. Es besteht generell Einigkeit darüber, dass die Nachnutzung bestehender Flächen sinnvoll ist, um Bodenversiegelung zu reduzieren und die Infrastruktur besser zu nutzen. Allerdings sind die damit verbundenen höheren Sanierungskosten und Einschränkungen durch alte Bausubstanz nicht zu vernachlässigen. Thomas Schaden betont die Notwendigkeit einer umsichtigen Raumordnungspolitik, um diese Herausforderungen zu meistern und eine sinnvolle Nutzung der Flächen zu ermöglichen, etwa durch Ansiedelungen von Start-ups oder Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Die Innovationskraft und der Unternehmergeist, die in Wiener Neustadt und in der gesamten Region Niederösterreich hervorstechen, sind der Schlüssel für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft. Die Kombination aus zentraler Lage, starker Branchenvielfalt und einem konsequenten Fokus auf nachhaltige Entwicklungen könnte den Wirtschaftsstandort noch weiter stärken und ausbauen. Wenn gemacht mit einem richtigen Händchen, könnte hier eine blühende unternehmerische Landschaft entstehen.





