Die aktuelle Situation rund um die Gemeinderatswahl in St. Pölten wirft spannende Fragen zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung in Österreich auf. Am 25. Januar 2026 fand die 17. reguläre Gemeinderatswahl nach dem Krieg statt, und die Ergebnisse sind bemerkenswert. Die SPÖ verlor erstmals seit 1965 die absolute Mehrheit und erzielte ihr schlechtestes Wahlergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,1%, was 26.042 abgegebenen Stimmen entspricht. Insgesamt waren 44.063 Personen wahlberechtigt.
Ein Blick auf die Stimmenverteilung zeigt, dass die SPÖ 10.930 Stimmen (42,5%) und 19 Mandate erzielte, während die ÖVP 5.494 Stimmen (21,4%) und 9 Mandate erhielt. Die FPÖ und die Grünen konnten jeweils ihr historisch bestes Ergebnis erzielen, während die KPÖ nach fast 44 Jahren wieder in den Gemeinderat einzog und das beste Ergebnis seit 49 Jahren erreichte. Dies könnte ein Zeichen für einen Wandel in der politischen Landschaft der Stadt sein.
Bevölkerungswachstum und seine Auswirkungen
Im Kontext dieser Wahl ist es interessant zu erwähnen, dass St. Pölten im Jahr 2024 der Bezirk mit dem stärksten Bevölkerungswachstum in Österreich war. Die Stadt-ÖVP forderte aufgrund der Wachstumsproblematik eine „Zuzugsbremse“. Doch bereits 2025 verlor St. Pölten seinen Spitzenplatz im Bevölkerungswachstum an Wiener Neustadt, das 2024 um 1,8 Prozent wuchs. Im Vergleich dazu hatte die Donaustadt in Wien mit 3,2 Prozent den höchsten Zuwachs. Insgesamt verzeichnete die Bevölkerung Österreichs am 1. Januar 2026 9.219.113 Menschen, was nur ein marginales Wachstum von 0,24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Ein besorgniserregender Trend ist der Rückgang der Geburtenrate in Österreich, die von 1,43 im Jahr 2010 auf 1,31 im Jahr 2024 gesunken ist. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte Österreich in der Zukunft mit einer Schrumpfung der Bevölkerung konfrontiert werden. Besonders kritisch ist die Situation in ländlichen und inneralpinen Regionen, wo 45 politische Bezirke Rückgänge verzeichneten, darunter Murau mit −0,9 % und Bruck-Mürzzuschlag mit −0,8 %.
Politische Relevanz des Wachstums
Die politische Relevanz des Bevölkerungswachstums ist nicht zu unterschätzen, insbesondere im Hinblick auf den Finanzausgleich und andere Verteilungsfragen. Eisenstadt, das relativ die meisten neuen Einwohner:innen anzieht, könnte hier eine Vorbildfunktion einnehmen. Der Rückgang der Bevölkerung in bestimmten Regionen könnte langfristig auch die politischen Machtverhältnisse beeinflussen.
Die Ergebnisse der Gemeinderatswahl in St. Pölten und die allgemeinen demografischen Trends in Österreich zeigen, dass die politischen Akteure gefordert sind, sich mit den Herausforderungen des Bevölkerungswachstums auseinanderzusetzen. Die Entwicklungen in St. Pölten könnten somit auch als Indikator für zukünftige politische Strömungen in ganz Österreich dienen. In diesem Sinne ist die Wahl nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern spiegelt auch breitere gesellschaftliche Veränderungen wider. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Wahl finden Sie unter Wikipedia und den demografischen Trends in Österreich unter Wiener Zeitung.