In Niederösterreich wird im Jahr 2023 eine alarmierende Summe von 4,78 Milliarden Euro an Schwarzarbeit verzeichnet. Dies entspricht einem Anstieg von 210 Millionen Euro oder 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Prof. Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität Linz hat diese besorgniserregenden Berechnungen angestellt. Der größte Teil der Schwarzarbeit entfällt auf das Bau- und Baunebengewerbe, das mit über 1,86 Milliarden Euro den Löwenanteil ausmacht. Auch das Friseurgewerbe sowie haushaltsnahe Dienstleistungen, wie Babysitten und Nachhilfestunden, tragen erheblich zur Schattenwirtschaft bei und summieren sich auf 812 Millionen Euro. Darüber hinaus beläuft sich die Schwarzarbeit in Gewerbe- und Industriebetrieben sowie in Hotels und Gaststätten auf jeweils 765 Millionen Euro. In der Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche kommen nochmals 573 Millionen Euro hinzu. Diese Zahlen belegen die weitreichenden Auswirkungen der Schattenwirtschaft auf die Wirtschaftskraft der Region, und auch auf die Gesellschaft insgesamt, da die Steuereinnahmen hierdurch erheblich geschmälert werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in einem Artikel auf WN24.

Die Schattenwirtschaft umfasst alle ökonomischen Aktivitäten, die Einkommen generieren, aber staatliche Regulierung, Besteuerung oder statistische Erfassung vermeiden. Sie gliedert sich in verschiedene Bereiche, darunter die Selbstversorgungswirtschaft und den informellen Sektor, jedoch ist die Schattenwirtschaft im engeren Sinne, die Schwarzarbeit und den Schwarzmarkt umfasst, illegal. In Deutschland beträgt der Anteil der Schattenwirtschaft zwischen 5 und 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2019 wurde der Umfang der Schattenwirtschaft auf etwa 319 Milliarden Euro geschätzt, was ca. 9 Prozent des BIP ausmacht. Diese illegalen Tätigkeiten, insbesondere im Baugewerbe und in der Haus- und Familienarbeit, haben negative Folgen wie fehlende Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge. Diese Einnahmen fließen teilweise in die offizielle Wirtschaft zurück, was die Situation weiter verkompliziert. Weitere Details sind auf Wikipedia zu finden.

Aktuelle Entwicklungen und Prognosen

Die Schattenwirtschaft in Deutschland hat einen Umfang von über 500 Milliarden Euro erreicht. Dies ist insbesondere auf die schlechte Wirtschaftslage und die steigende Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Der Anteil der Schattenwirtschaft am offiziellen Bruttoinlandsprodukt beträgt mittlerweile 11,6 Prozent – der höchste Wert seit über zehn Jahren. Friedrich Schneider schätzt den gesamten Umfang der Schattenwirtschaft auf 510 Milliarden Euro. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Anstieg um 5,5 Prozent auf 538 Milliarden Euro prognostiziert. Ein geringes Wirtschaftswachstum und zunehmende Arbeitslosigkeit verringern die Erträge gemeldeter Arbeitsverhältnisse und fördern nicht gemeldete oder illegale Tätigkeiten, was die Problematik weiter verschärft. Diese Informationen können Sie auch auf Tagesschau nachlesen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schattenwirtschaft in Österreich und Deutschland eine ernsthafte Herausforderung darstellt, die nicht nur die wirtschaftlichen Strukturen, sondern auch die sozialen Sicherungssysteme erheblich belastet. Es bleibt zu hoffen, dass durch gezielte Maßnahmen und eine verstärkte Kontrolle dieser Problematik begegnet werden kann.