In einem konstruktiven Arbeitsgespräch hat Bürgermeister Bernhard Karnthaler mit Philipp Gruber, dem Klubdirektor der Volkspartei Niederösterreich und Stadtrat für Finanzen und Bildung, zentrale Zukunftsthemen für die Stadt Wiener Neustadt und das Umland diskutiert. Im Fokus stand die interkommunale Zusammenarbeit, um Potenziale zwischen Wiener Neustadt und Lanzenkirchen besser zu bündeln und bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Besonders betont wurde die Bedeutung des Bildungsstandorts Wiener Neustadt und dessen vielfältiges Angebot an Schulen und Ausbildungseinrichtungen, das als Standortvorteil für junge Menschen aus Lanzenkirchen hervorgehoben wurde.

Bürgermeister Karnthaler regte an, die Infrastruktur für das Programm „Lehre mit Matura“ regional verfügbar zu machen. Dabei sollen Lernende die Möglichkeit haben, ihre Ausbildung und Weiterbildung in der Region oder sogar in ihrer Heimatgemeinde zu absolvieren. Lanzenkirchen hat sich bereit erklärt, Räumlichkeiten für Schulungszwecke zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang betonte Gruber die Wichtigkeit der dualen Ausbildung und die Förderung der Lehre, um das gesellschaftliche Miteinander zu stärken und gemeindeübergreifende Freundschaften in Vereinen zu fördern.

Lehre mit Matura im Bezirk Wiener Neustadt

Das Unternehmermodell „Lehre mit Matura“ startet nun auch im Bezirk Wiener Neustadt, was eine großartige Chance für viele junge Menschen darstellt. Ab Oktober beginnen neue Lehrgänge in Lanzenkirchen und Krumbach, die es den Lehrlingen ermöglichen, berufliche Fähigkeiten zu entwickeln und gleichzeitig die Matura abzuschließen. Die Anmeldung für diese Lehrgänge ist bereits ab sofort möglich. Der Starttermin für das Basismodul in Krumbach ist der 10.10.2025, und interessierte Personen sind herzlich zu einem Infoabend am 26.06.2025 eingeladen, um sich über das Programm zu informieren. Anmeldungen können per E-Mail an wienerneustadt@wknoe.at gesendet werden, und weitere Informationen sind auf der Webseite von WIFI Niederösterreich verfügbar (Quelle).

Das duale System der Lehrlingsausbildung

Die Lehrlingsausbildung in Österreich ist als „duales System“ organisiert, das Allgemeinbildung, Fachtheorie und Fachpraxis miteinander verbindet. Die Ausbildung erfolgt an zwei Lernorten: im Lehrbetrieb, wo etwa 80 Prozent der Ausbildungszeit verbracht werden, und in der Berufsschule, die circa 20 Prozent ausmacht. In einigen Branchen gibt es sogar einen dritten Ausbildungslernort, wie etwa in der Baubranche. Der Besuch der Berufsschule ist für alle Personen mit einem Lehr- oder Ausbildungsvertrag verpflichtend und die Dauer der Ausbildung variiert je nach Lehrberuf zwischen zwei und vier Jahren, meist jedoch drei Jahre.

Der Unterricht in der Berufsschule kann in verschiedenen Modellen organisiert sein, sei es ganzjährig, lehrgangsmäßig oder saisonmäßig. Während des Besuchs der Berufsschule beziehen die Lehrlinge ihr reguläres Lehrlingseinkommen, was die wirtschaftliche Belastung während dieser Zeit verringert. Diese Strukturen unterstützen die Integration der jungen Menschen in die Arbeitswelt und tragen dazu bei, dass die Region auch weiterhin attraktiv für junge Talente bleibt (Quelle).

Insgesamt zeigt das Engagement von Bürgermeister Karnthaler und Philipp Gruber, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land nicht nur ein Thema ist, das diskutiert wird, sondern aktiv gelebt werden soll. Der regelmäßige Austausch zwischen den Gemeinden wird fortgesetzt, um die Zukunft von Wiener Neustadt und Lanzenkirchen gemeinsam zu gestalten.