In einem erschreckenden Vorfall im Bezirk Wiener Neustadt-Land, Niederösterreich, wurde Melanie, eine Leserin von „Heute“, mit ihrer größten Angst konfrontiert. Als sie ein Glas süßer Wildpreiselbeeren im Penny Markt öffnete, fand sie eine Wespe darin. Für Melanie, die an einer schweren Wespenallergie leidet, war dies ein Albtraum. Glücklicherweise reagierte sie nicht allergisch auf den Vorfall, aber der Schreck sitzt tief. Ihr Versuch, bei Penny nach Antworten zu suchen, endete mit einer Weiterleitung an das Service-Center, wo sie per E-Mail ihre Bedenken äußern sollte. Eine Antwort von der REWE-Gruppe blieb auf Anfrage von „Heute“ aus (Quelle).
Allergien gegen Insektengifte, wie die von Wespen, sind ernst zu nehmen. Manche Menschen, wie Melanie, reagieren auf das Gift dieser Insekten allergisch, was zu unterschiedlichsten Reaktionen führen kann. Am häufigsten treten gesteigerte örtliche Reaktionen auf, die mit Schwellungen von mehr als 10 cm einhergehen und länger als 24 Stunden anhalten können. In selteneren Fällen zeigen bis zu 3,5 Prozent der Menschen systemische Reaktionen, die das Herz-Kreislaufsystem und die Atemwege betreffen. Solche Reaktionen können im Extremfall zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen, wenn sie nicht sofort behandelt werden (Quelle).
Die Gefahren der Insektengiftallergie
Insektengiftallergien sind vor allem bei Erwachsenen ein ernstes Thema und können potenziell lebensbedrohlich sein. Der Vorfall von Melanie verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich der Risiken bewusst zu sein. Eine Adrenalinautoinjektion sollte im Notfall griffbereit sein, um im Falle einer schweren Reaktion schnell handeln zu können. In Mitteleuropa sind anaphylaktische Reaktionen häufig durch die Gifte von Hymenopteren, wie Bienen und Wespen, ausgelöst. Die Häufigkeit von überschießenden Lokalreaktionen liegt in der Allgemeinbevölkerung zwischen 2,4 und 26,4 Prozent, bei Imkern sogar bis zu 38 Prozent. Zwischen 2015 und 2019 gab es in Deutschland jährlich 16 bis 29 Todesfälle durch Stiche dieser Insekten (Quelle).
Für Betroffene ist es wichtig, eine Allergologin oder einen Allergologen aufzusuchen, der einen Allergietest durchführen kann. Dies hilft festzustellen, ob eine Insektengiftallergie vorliegt und auf welches Insekt der Betroffene reagiert. Eine gezielte Therapie, wie die spezifische Immuntherapie, kann in vielen Fällen die Gefahrenlage für mehrere Jahre mindern. Dabei wird mit aufgereinigten Venompräparaten gearbeitet, um die Reaktionen auf zukünftige Stiche zu reduzieren.
Der Vorfall von Melanie ist nicht nur ein persönlicher Schock, sondern wirft auch ein Licht auf die Herausforderungen, die Allergiker im Alltag bewältigen müssen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können und dass die Aufklärung über Allergien und deren Gefahren weiterhin vorangetrieben wird.