Am 24. Februar 2026 fand in Krems, Niederösterreich, die feierliche Abschlussfeier des ersten Lehrgangs für Pflegeassistenz am International Nursing Center (INC) statt. 30 Absolventinnen und Absolventen wurden in einem feierlichen Rahmen verabschiedet. Dieses Projekt wurde vom Land Niederösterreich ins Leben gerufen, um dem steigenden Fachkräftebedarf im Pflegebereich zu begegnen. Besonders erfreulich ist, dass viele der Teilnehmenden aus Vietnam stammen und zuvor eine mehrjährige Deutsch-Ausbildung bis Niveau B2 absolvierten. Die Fachausbildung zur Pflegeassistenz erfolgte nach österreichischen Standards und wurde durch praktische Einsätze in Einrichtungen der NÖ Landesgesundheitsagentur ergänzt.
Die Eröffnungsrede wurde von Ulrike Prommer, der Geschäftsführerin des IMC Krems, gehalten. Grußworte kamen von V? Lê Thái Hoàng, dem Botschafter der Sozialistischen Republik Vietnam, sowie einer Videobotschaft des International Education Center der Hanoi University. In ihrer Festrede betonte NÖ Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister die Bedeutung der Ausbildung nach österreichischen Standards. Die Übergabe der Zeugnisse erfolgte durch Ulrike Prommer, Christiane Teschl-Hofmeister und Markus Golla, Prokurist des International Nursing Centers. Das Projekt gilt als Leuchtturmprojekt der internationalen Fachkräftegewinnung in Europa und wurde via Livestream übertragen, um auch Freunden und Verwandten in Vietnam die Teilnahme zu ermöglichen. Zudem starten Ende Februar 30 neue Auszubildende aus Vietnam ihre Fachausbildung zur Pflegeassistenz in Niederösterreich.
Internationale Fachkräfte in der Pflege
Die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, wie den Absolventen des INC, ist von entscheidender Bedeutung für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bestehende Hürden abzubauen und die Integration internationaler Fachkräfte zu fördern. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die faire Anwerbung, die durch das Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ unterstützt wird. Dieses Gütezeichen sorgt für transparente Rekrutierungsprozesse und schützt Pflegefachpersonen aus Drittstaaten vor übermäßigem wirtschaftlichen Risiko.
Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet im Rahmen von Global Skills Partnerships (GSP) mit deutschen und internationalen Universitäten zusammen, um Pflegestudiengänge in Partnerländern zu modifizieren und um praktische Ausbildungselemente zu ergänzen. Abschlüsse in den Partnerländern werden in Deutschland anerkannt, sodass internationale Pflegefachkräfte direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland arbeiten dürfen.
Ein wichtiger Schritt für die Pflegeversorgung
Die Anwerbung von international ausgebildeten Pflegefachpersonen ist nicht nur für Österreich, sondern auch für Deutschland von großer Bedeutung. Einige Unternehmen haben bereits Erfahrungen mit der Anwerbung gemacht, während andere erst damit beginnen. Seit 2019 fördert das Deutsche Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen den fachöffentlichen Diskurs und bringt Akteur:innen zusammen. Es betreibt Agendasetting und fördert den Austausch von Beispielen guter Praxis, um Instrumente für eine nachhaltige, wertschätzende und faire internationale Anwerbung von Pflegefachpersonen zu entwickeln.
Das DKF ist ein Projekt des Kuratoriums Deutsche Altershilfe und erhält eine Zuwendung des Bundesministeriums für Gesundheit. In Anbetracht des steigenden Bedarfs an Pflegekräften ist die Integration internationaler Fachkräfte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die pflegerische Versorgung in Deutschland und Österreich nachhaltig zu sichern.