Am 5. Februar 2026 fand im Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) Waidhofen an der Ybbs ein bedeutender Reflexionstag zur Hospiz- und Palliativpflege statt. Ziel dieser halbtägigen Veranstaltung war die Sichtbarmachung des aktuellen Status quo der Hospiz- und Palliative Care (HPCPH) im PBZ und die Auseinandersetzung mit dessen Weiterentwicklung. Unter der Leitung von Petra Haller, MSc, Fachbereichsleitung für die allgemeine Gesundheits- und Sozialversorgung, diskutierten Führungskräfte und ein Expertenkreis für Palliative Care über die zentralen Haltungen, Strukturen und Abläufe, die im Pflegealltag bereits aktiv umgesetzt werden.
Der Reflexionstag diente nicht nur der Erhebung des IST-Standes anhand eines Missionsmodells, sondern auch der gemeinsamen Erarbeitung konkreter Ziele und Maßnahmen zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Palliative Care im PBZ. Interimistische Pflegedirektorin Claudia Bechyne betonte die starke Verankerung der Palliative Care im Haus, die als gelebte Haltung verstanden wird und den Menschen in seiner Ganzheit in den Mittelpunkt stellt. Diese Vorgehensweise soll die Begleitung von Bewohnern und Angehörigen kontinuierlich verbessern.
Teilnehmer und Diskussion
Zu den Teilnehmern des Reflexionstags gehörten unter anderem DGKP Claudia Paumann, DGKP Beate Schachner und DGKP Bettina Eimer, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen über die bestehenden Strukturen diskutierten. Durch die verschiedenen Perspektiven der Teilnehmer konnte ein umfassender Einblick in die Herausforderungen und Chancen der Palliativversorgung gewonnen werden. Die Ergebnisse des Reflexionstags werden nun interdisziplinär weiterbearbeitet und schrittweise umgesetzt, um den Hospizgedanken im PBZ weiter zu festigen.
Relevanz der Palliativpflege
Die Wichtigkeit der Palliativpflege wurde auch durch das „Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland“ (Hospiz- und Palliativgesetz, HPG), das am 8. Dezember 2015 in Kraft trat, unterstrichen. Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Hospiz- und Palliativversorgung flächendeckend auszubauen, insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Es bietet unheilbar kranken Menschen umfassende medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Hilfe in der letzten Lebensphase.
Vor dem HPG war die Palliativversorgung oft nicht zugänglich, was dazu führte, dass viele Menschen ihre letzten Tage in Pflegeheimen oder Krankenhäusern verbringen mussten. Das HPG fördert nicht nur die Etablierung von Palliativmedizin, Palliativpflege und Sterbebegleitung, sondern soll auch die Öffentlichkeit über Palliativ- und Hospizangebote informieren und die Selbstbestimmung der Betroffenen stärken. Diese gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen die Grundlage für eine verbesserte und umfassendere Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen, was auch im PBZ Waidhofen an der Ybbs als zentrale Aufgabe verstanden wird.
Die Maßnahmen, die im Rahmen des Reflexionstags erarbeitet wurden, stehen somit in einem direkten Zusammenhang mit den Zielen des HPG, das die Palliativversorgung als Teil der Regelversorgung definiert und eine stärkere Vernetzung zwischen medizinischer, pflegerischer und hospizlicher Begleitung anstrebt. Im PBZ wird die Palliative Care als eine umfassende und menschliche Herangehensweise betrachtet, die auch in Zukunft weiterentwickelt werden soll. Weitere Informationen zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen der Palliativversorgung finden Sie in den Details des Hospiz- und Palliativgesetzes.