Im Landesklinikum Waidhofen/Ybbs wird es ab dem Frühsommer zu einer grundlegenden Änderung in der onkologischen Versorgung kommen. Die onkologische Station wird nach Amstetten verlegt, was für viele Krebspatienten in der Region besorgniserregend ist. Der Grund für diese Verlagerung liegt im Ärztemangel; Oberarzt Julius Salamon wird im Mai in den Ruhestand gehen, und ein adäquater Ersatz konnte nicht gefunden werden. Trotz dieser Veränderungen bleibt das Krankenhaus eine Anlaufstelle für Krebspatienten im Anfangsstadium, jedoch wird die Chemotherapieversorgung abgezogen. In den letzten Jahren mussten bereits andere Bereiche wie die Geburtenstation und Frauenheilkunde schließen, und auch die Notfallmediziner wurden abgezogen.
Die Entscheidung zur Verlagerung der Onkologie steht im Widerspruch zum NÖ Gesundheitsplan 2040+, wo die Verlagerung nicht vorgesehen ist. Dennoch ist geplant, auch die Urologie und den Herzkatheter nach Amstetten zu verlegen. Das Landesklinikum Waidhofen soll weiterhin als Akut- und Grundversorgungsspital fungieren und ein Zentrum für Akutgeriatrie werden. Die Bevölkerung wehrt sich gegen diese Entwicklungen, insbesondere gegen die Auflösung des Notarztstützpunktes, da jährlich rund 1.000 Chemotherapie-Behandlungen in Waidhofen durchgeführt werden.
Interimistische Lösung und Fachkräftemangel
Die Landesgesundheitsagentur (LGA) bezeichnet die Auslagerung nach Amstetten als interimistische Lösung und hebt die bestehende Kooperation zwischen den Kliniken hervor. Gleichzeitig wird intensiv Personal für den Standort Amstetten gesucht, doch der Fachkräftemangel in der Onkologie ist spürbar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die personellen und strukturellen Ressourcen entwickeln werden, um die onkologische Versorgung in Waidhofen/Ybbs wieder anzubieten.
Um den Übergang zu begleiten, werden Gespräche mit den betroffenen Patienten geführt, um individuelle Entscheidungen treffen zu können. Dabei wird auch die koordinierte Betreuung durch wöchentliche Tumorboards aller Kliniken im Mostviertel betont, die eine wichtige Rolle bei der individuellen Betreuung onkologischer Patienten spielen.
Gesundheitsversorgung in Österreich
Die Entwicklungen im Gesundheitswesen in Waidhofen/Ybbs sind Teil eines größeren Bildes. Die Sicherung der Gesundheitsversorgung ist eine wesentliche öffentliche Aufgabe in Österreich. Es gibt sowohl bundesweite als auch regionale Planungsinstrumente, um auf zukünftige Herausforderungen im Gesundheitssystem zu reagieren. Der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG) bildet einen gemeinsamen Rahmen, der vom Bund, den Ländern und der Sozialversicherung beschlossen wird. Ziel des ÖSG ist es, in ganz Österreich gleiche Versorgungsstandards zu erreichen und eine ausgewogene sowie gut erreichbare Gesundheitsversorgung anzubieten.
Die Inhalte des ÖSG werden kontinuierlich aktualisiert und orientieren sich an internationalen Entwicklungen im Gesundheitswesen. Dies umfasst sowohl die ambulante als auch die akutstationäre Versorgung sowie die Planung komplexer spezialisierter Leistungen. Der ÖSG fördert patientenzentrierte integrierte Versorgung und multiprofessionelle Versorgungsformen, die in der aktuellen Debatte um die Gesundheitsversorgung in Waidhofen/Ybbs von großer Bedeutung sind.
Die Herausforderungen, vor denen das Landesklinikum Waidhofen/Ybbs steht, spiegeln somit nicht nur lokale Probleme wider, sondern sind auch Teil eines umfassenden Versorgungsplans auf nationaler Ebene, der auch in Zukunft auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen muss. Für weitere Informationen zu den Entwicklungen im Gesundheitswesen in Niederösterreich können Sie die ausführlichen Berichte unter kurier.at und land-noe.at nachlesen.



