Heute, am 10. Februar 2026, stehen wir in Waidhofen an der Thaya vor einer wichtigen Veränderung in der Lebensmittelbesteuerung. Ab dem 1. Juli 2026 wird die Mehrwertsteuer auf bestimmte Nahrungsmittel von 10 % auf 4,9 % gesenkt. Diese Maßnahme betrifft Produkte wie Milch, frische Hühnereier, Gemüse, Obst und Backwaren. Ein Test-Einkauf von 16 ausgewählten Produkten hat gezeigt, dass die Ersparnis durch die geplante Senkung bei 1,06 Euro liegt. Bei einem wöchentlichen Haushaltseinkauf von etwa 200 Euro könnten die Einsparungen sogar rund 6 Euro betragen. Dies könnte insbesondere für Geringverdiener von Bedeutung sein, die stark von der Inflation betroffen sind, da ein Großteil ihres Budgets für Fixkosten aufgewendet wird. Viele dieser Menschen beziehen ihre Lebensmittel über Caritas-Sozialmärkte, die weiterhin stark frequentiert werden, ohne jedoch einen signifikanten Anstieg der Kundenfrequenz zu verzeichnen. Die Preise in diesen Sozialmärkten orientieren sich an den aktuellen Lebensmittelpreisen im Handel, wobei Anpassungen vorgenommen werden, um faire Konditionen zu gewährleisten. Quelle.
Herausforderungen für die Gastronomie
Die Auswirkungen der steigenden Lebensmittelpreise sind auch in der Gastronomie spürbar. Marcus Schmalbein, Inhaber des „Wuppertaler Hofs“ in Remscheid, äußert, dass die gestiegenen Kosten nicht an die Kunden weitergegeben werden können, was die Gewinnmargen zunehmend schmälern. Auch Edmund Joska, der Betreiber des Gasthauses „König von Preußen“ in Remscheid-Lennep, sieht den fehlenden Arbeitskräften als das größte Problem und kann an Wochenenden aufgrund von Personalmangel nicht an Veranstaltungen teilnehmen, was zu Umsatzeinbußen führt. Diese Situation hat in den letzten zehn Jahren bereits viele Betriebe zur Aufgabe gebracht. Laut Dehoga-Zahlen hat die Anzahl der Gaststätten in Nordrhein-Westfalen von 2014 bis 2023 um fast 1.500 Betriebe abgenommen. Besonders betroffen sind die Schankbetriebe, von denen knapp 1.900 von ehemals 10.015 geschlossen haben. Quelle.
Steuersenkungen und ihre Auswirkungen
Um die Gastronomie zu entlasten, wurde zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 % auf 7 % gesenkt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Betriebe zu unterstützen. Trotz dieser Steuererleichterung sind die Preise in Restaurants und Cafés in vielen Regionen gestiegen. Im Januar 2026 stiegen die Preise in Bayern um 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr, in Berlin um 2,1 % und in Brandenburg um 3,8 %. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung als eine wichtige Maßnahme zur Stärkung der Gastronomie. Dennoch gibt es Kritiker wie Ökonomen vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, die die Steuersenkung als ungerechtfertigt betrachten, da sie reiche Haushalte begünstigen könnte. Auch die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Bedenken geäußert und sieht die Maßnahme als ein Steuergeschenk für große Fast-Food-Konzerne. Quelle.