In Dobersberg, im Bezirk Waidhofen/Thaya, fand am Freitag, den 20. Februar, ein spektakuläres Event statt: Der Sonderdienst Sprengdienst des NÖ Landesfeuerwehrverbandes führte eine kontrollierte Übungssprengung eines 100 Jahre alten Industrieschornsteins durch. Die Vorbereitungen waren bereits am 19. Februar in vollem Gange, als die Experten mit Analysen, Messungen und sprengtechnischen Arbeiten begannen. Dieser Schornstein, der einst zu einer Brennerei gehörte, wurde nach dem Verkauf der Anlage der Feuerwehr für Ausbildungszwecke zur Verfügung gestellt. An der Planung und Durchführung dieser Übung waren speziell ausgebildete Feuerwehrmitglieder des Sonderdienstes Sprengdienst aus den Bezirken Horn und Waidhofen/Thaya sowie aus der Kommandoeinheit beteiligt. Insgesamt wurden vier Kilogramm Sprengstoff unter strikten Vorgaben eingesetzt. Ziel dieser Übung war das Training des sicheren Rückbaus hoher Bauwerke unter realen Bedingungen, was für die Sicherheit und Effizienz in zukünftigen Einsätzen von hoher Bedeutung ist. Weitere Informationen können Sie in dem Artikel auf MeinBezirk nachlesen.
Regelungen und Sicherheitsstandards
Die Durchführung solcher Sprengungen unterliegt strengen Regelungen und Sicherheitsstandards. So müssen Schornsteinanlagen regelmäßig gemäß DIN 1056, EN 13084-7 und DIN EN 1993-3-2/NA überprüft werden. Diese Überprüfungspflicht ist durch den Gesetzgeber in die Musterliste der technischen Baubestimmungen aufgenommen worden. Ziel der Zustandsüberwachung ist es, die Betreiber vor Schäden zu schützen und die wirtschaftliche Funktion der Anlagen sicherzustellen. Nach jeder Überprüfung wird ein ausführlicher technischer Bericht über den Zustand der Anlage bereitgestellt, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus wird ein kostenloses Angebot für die Zustandsüberwachung angeboten, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Weitere Details finden Sie auf Hoch3Technik.
Ausbildung für Sprengtechniker
Die Sicherheit bei solchen Sprengungen hängt auch von der umfassenden Ausbildung der beteiligten Fachkräfte ab. Das Ausbildungsziel in spezialisierten Lehrgängen ist der Erwerb der Fachkunde zur Ausführung von Bauwerkssprengungen. Diese Lehrgänge beinhalten eine Vielzahl von Themen, darunter die Rechtsvorschriften für den Umgang mit Sprengstoffen, Planung von Sprengungen sowie die Durchführung selbst. Teilnehmer müssen zudem bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, wie etwa den Nachweis über erfolgreiche Teilnahmen an vorherigen Lehrgängen oder Sprengungen. Ein solcher Lehrgang dauert 10 Tage und schließt mit einem staatlich anerkannten Zeugnis ab. Die nächste Möglichkeit zur Anmeldung besteht vom 13. bis 24. April 2026. Weitere Informationen dazu sind auf der Webseite der Sprengschule Dresden zu finden.
Die kontrollierte Sprengung des Schornsteins in Dobersberg ist nicht nur ein Beispiel für erfolgreiche Ausbildungsmaßnahmen, sondern auch ein Schritt in Richtung sicherer Rückbaupraktiken, die in der heutigen Zeit immer wichtiger werden. Die Kombination aus Theorie und Praxis sorgt dafür, dass die Feuerwehrleute bestens auf ihre Einsätze vorbereitet sind und somit einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit in der Region leisten.