Am 28. Februar 2026 wurde in Waidhofen an der Thaya ein bedeutendes Zukunftsprogramm unter dem Titel „Frauen. Chancen. Visionen.“ vorgestellt. Die Landesobfrau Silke Dammerer präsentierte diesen strategischen Leitfaden, der für die kommenden Jahre die Lebensrealitäten von Frauen aktiv gestalten soll. Das Programm setzt gezielte Schwerpunkte in sieben Themenbereichen, darunter Frauen in der Politik, Finanzen und Pension, Familie und Kinderbetreuung, Pflege und Alter, Frauengesundheit, Gewaltschutz und Selbstbestimmung sowie Organisation und Sichtbarkeit.
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war eine Keynote mit dem Thema „Frauen und Finanzen: Selbstbestimmt in die Zukunft“. Hier hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen. Silke Dammerer betonte die Notwendigkeit, Frauen zu einem selbstbewussten und selbstbestimmten Leben in verschiedenen Lebensbereichen zu verhelfen. Auch die Bezirksobfrau Astrid Lenz hob den Zusammenhalt und die Energie unter den Frauen im Bezirk hervor, was die positive Stimmung der Veranstaltung unterstrich.
Frauen in der Politik: Eine unzureichende Repräsentation
Trotz der Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten erzielt wurden, ist der Frauenanteil in der Politik nach wie vor unzureichend. 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts sind Frauen in Politik und Parlamenten weiterhin unterrepräsentiert. Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag lag im März 2025 bei lediglich 32,4%, und auch in den Landesparlamenten beträgt der Durchschnitt nur 33,2%. Besonders alarmierend ist der Frauenanteil im Bürgermeisteramt, der mit 13,5% deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Die Hauptgründe für diese Diskrepanz sind vielfältig. Dazu zählen die Vereinbarkeit von Amt, Familie und Beruf sowie eine männlich dominierte politische Kultur. Zudem berichten 40% der Politikerinnen von sexueller Belästigung im politischen Umfeld, was besonders jüngere Frauen unter 45 Jahren betrifft, bei denen die Zahl auf 60% ansteigt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Programme zur Unterstützung von Frauen in der Politik, wie das „Kommunale Aktionsprogramm – Frauen in der Politik“ sowie das Helene-Weber-Kolleg.
Aktuelle Initiativen und Zukunftsausblick
Ein neues Projekt, das am 1. Dezember 2024 gestartet wurde, trägt den Titel „Frauen. Vielfalt. Politik. Demokratie vor Ort gestalten“. Ziel ist es, den Frauenanteil in der Politik zu erhöhen, indem vier zentrale Handlungsfelder definiert wurden: Informieren und Kommunizieren, Wissenstransfer und Fachberatung, Vernetzung und Empowerment sowie die gezielte Ansprache ländlicher Räume. Solche Initiativen sind entscheidend, um eine gleichberechtigte Repräsentanz zu fördern und langfristige Veränderungen zu bewirken.
Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, jedoch in politischen Parteien und Parlamenten nach wie vor unterrepräsentiert sind. Um diese Ungleichheit zu beseitigen, ist es unerlässlich, die Aufmerksamkeit auf Gleichstellungsfragen zu erhöhen und die Gleichstellungsbeauftragten zu stärken. Nur durch gezielte Maßnahmen können wir die politische Landschaft gerechter gestalten und sicherstellen, dass die Stimmen aller Frauen Gehör finden.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Programmen zur Förderung von Frauen in der Politik können Interessierte die ausführlichen Berichte auf den Webseiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Bundesstiftung Gleichstellung einsehen.