Fastenzeit ist nicht nur eine Zeit der Enthaltsamkeit, sondern auch eine Gelegenheit für viele Menschen, einen innerlichen Neustart zu wagen. Im Bezirk Waidhofen/Thaya beginnt diese besondere Zeit mit dem Aschermittwoch, der den Auftakt zu 40 Tagen des Fastens markiert. Ernährungs-Coach Wolfgang Wagesreiter betont, dass das Weglassen von Süßigkeiten und Knabbereien sowie eine Reduzierung des Alkoholkonsums entscheidende Schritte sind. Kleinere Portionen helfen zusätzlich, die Kalorienaufnahme zu verringern. Dies zeigt, dass richtiges Abnehmen als langfristiger Prozess verstanden werden sollte.
Ein interessanter Aspekt des Fastens ist das Intervallfasten, das von Georg Wurz empfohlen wird. Seine persönlichen Erfahrungen zeigen, dass eine Änderung der Essgewohnheiten zu weniger Heißhungerattacken führt. Der Körper kann die Energie besser nutzen, wenn er nicht ständig mit Verdauen beschäftigt ist. Viele Menschen unterschätzen, dass sie durchaus 16 Stunden ohne Essen auskommen können. Diese Methode wird als 16:8-Methode bezeichnet, bei der 16 Stunden gefastet und innerhalb von 8 Stunden gegessen wird. Neben der 16:8-Methode gibt es auch die 5:2-Methode und die 1:1-Methode, die unterschiedliche Ansätze des Fastens bieten.
Die gesundheitlichen Vorteile des Intervallfastens
Intervallfasten ist nicht nur ein Trend in der Ernährungsmedizin, sondern kann auch beim Abnehmen und beim Halten des Gewichts helfen. Studien zeigen, dass Intervallfasten die Blutzuckerwerte verbessern und möglicherweise vor Typ-2-Diabetes schützen kann. Aktuelle Forschungen untersuchen die Auswirkungen von Intervallfasten auf Gesundheit und Alterungsprozesse. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass bei bestimmten Vorerkrankungen wie niedrigem Blutdruck oder chronischen Krankheiten Vorsicht geboten ist. Personen mit Essstörungen, Untergewicht oder Schwangere sollten Intervallfasten meiden.
Die positiven biochemischen Veränderungen im Körper, die durch Fasten ausgelöst werden, sind bemerkenswert. Dazu gehören ein verbesserter Zucker- und Fettstoffwechsel sowie der Prozess der Autophagie, bei dem der Körper seine Zellen reinigt. Studien an Mäusen zeigen sogar, dass zeitlich begrenztes Fressen zu besserer Gesundheit und längerer Lebensdauer führt. Während des Fastens sind kalorienfreie Getränke wie Wasser und ungesüßter Tee erlaubt, während Snacks und kalorienhaltige Getränke vermieden werden sollten.
Tradition und Gemeinschaft
Die Fastenzeit hat auch eine tiefere religiöse Bedeutung. Sie dient als Vorbereitungszeit auf Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu. Jesus selbst fastete 40 Tage in der Wüste, was die spirituelle Dimension des Fastens unterstreicht. Um diese Tradition in der Gemeinschaft zu leben, findet am 22. Februar ein Suppenessen im Rahmen der Aktion „Familienfasttag“ im Pfarrsaal der Pfarre Waidhofen von 9:30 bis 12:30 Uhr statt. Hier können Menschen zusammenkommen, um die Fastenzeit zu begehen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Insgesamt zeigt sich, dass Fasten nicht nur eine Diätmaßnahme ist, sondern auch eine Möglichkeit, den Körper und Geist zu reinigen. Die Kombination aus traditionellem Fasten und modernen Methoden wie dem Intervallfasten bietet vielfältige Ansätze für einen gesunden Lebensstil. Wer die Fastenzeit nutzen möchte, sollte die Tipps von Experten beherzigen: Weglassen von Süßigkeiten, salzigen Knabbereien und Alkohol sowie die Beachtung kleinerer Portionen sind einfache, aber effektive Schritte auf dem Weg zu einem gesünderen Ich. Weitere Informationen und Tipps zur Fastenzeit finden Sie in unserem Artikel auf meinbezirk.at oder in den Ratgebern zum Thema Intervallfasten auf ndr.de.