Heute ist der 17.02.2026 und in wenigen Tagen beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch, dem 18. Februar. Für viele Christen ist dies der Start einer 40-tägigen Reise bis Ostern. Doch nicht nur die religiösen Praktiken stehen im Vordergrund: Unabhängig von der Religion nutzen viele Menschen diese Zeit, um bewusst auf alltägliche Annehmlichkeiten oder Gewohnheiten zu verzichten. Dabei sind häufige Verzichtsobjekte Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten und sogar soziale Medien. Die Frage, die sich dabei stellt, ist: Was bewirkt dieser Verzicht tatsächlich in unserem Leben?
Der Verzicht kann nicht nur den Körper entlasten, sondern auch die mentale Gesundheit stärken. Laut einem Artikel auf MeinBezirk kann das Fasten von sozialen Medien besonders wohltuend sein. Die Meidung von Apps reduziert die Reizüberflutung und den ständigen Vergleich mit anderen, was oft zu einem erhöhten Druck führt, immer erreichbar zu sein. Durch diesen Verzicht schaffen wir Raum für echte Begegnungen, Konzentration und innere Ruhe.
Die Vorteile des bewussten Verzichts
Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, erläutert die Vorteile des bewussten Verzichts. In der Fastenzeit finden viele Menschen einen ritualisierten Rahmen, der ihnen hilft, einen klaren Schnitt zu machen und Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen. Der Verzicht kann als Prüfung der Willensstärke dienen, wobei die Menschen gleichzeitig lernen, mit weniger auszukommen – eine Fähigkeit, die in unserer Konsumgesellschaft oft in den Hintergrund gedrängt wird. Wenn wir erfolgreich auf bestimmte Dinge verzichten, stärkt dies das Gefühl der Selbstwirksamkeit und kann langfristig unsere Resilienz erhöhen.
Ein bewusster Verzicht ist nicht nur ein Akt der Entbehrung; er kann auch als Gewinn an Klarheit, Selbstbestimmung und innerer Balance erlebt werden. Häfner empfiehlt, realistisch zu starten und sich nicht zu überfordern. Verzicht auf soziale Medien oder bestimmte Konsumgewohnheiten kann alltagstauglicher sein als klassisches Fasten. Um den Verzicht positiv zu gestalten, sind sinnvolle Belohnungen wichtig. Kleine Highlights während der Fastenzeit können helfen, die Motivation aufrechtzuerhalten.
Gemeinsam stark
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Kommunikation mit dem Umfeld. Sie ist wichtig, um Druck und Missverständnisse zu vermeiden. Gemeinsames Verzichten in Gruppen oder Familien kann die Herausforderungen erleichtern und die Motivation stärken. So wird der Verzicht nicht nur zu einer persönlichen, sondern auch zu einer gemeinschaftlichen Erfahrung. Die Fastenzeit bietet also nicht nur die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen und neue Wege zu gehen, sondern auch, die sozialen Beziehungen zu vertiefen.
Insgesamt zeigt sich, dass der Verzicht während der Fastenzeit viel mehr ist als nur eine kurzfristige Entbehrung. Er kann uns helfen, unsere eigenen Bedürfnisse klarer wahrzunehmen, Stress zu senken und letztlich mehr innere Ruhe zu finden. Die Erkenntnis, dass wir auch ohne viele Annehmlichkeiten auskommen können, ist eine wertvolle Lektion in einer zunehmend hektischen Welt. Weitere Einblicke hierzu bietet ein Artikel auf Geo sowie ein ausführlicher Beitrag auf Augsburger Allgemeine.