In der Stadtgemeinde Tulln an der Donau wird ein wichtiges Thema angepackt: die gesunde Mediennutzung für (Klein-)Kinder. Die Gesundheitsplattform „Gesundes Tulln“ hat sich seit dem vergangenen Jahr darauf spezialisiert, Eltern und Kinder über die Risiken einer übermäßigen Nutzung von digitalen Medien aufzuklären. Im Rahmen dieser Initiative wird ein neues Angebot für Eltern von Neugeborenen eingeführt, das im März startet. Dabei haben die Eltern die Möglichkeit, kostenlos eine spezielle Hebamme zu konsultieren, die sie über gesunde Beschäftigungsmöglichkeiten und den Umgang mit digitalen Medien informiert. Mehr dazu hier.
Mit dem Einsatz von Handys und Tablets gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die Risiken einer übermäßigen Nutzung sind nicht zu unterschätzen: Sprachentwicklungsstörungen, Aufmerksamkeitsprobleme, Konzentrationsschwäche, Haltungsschäden und Kurzsichtigkeit sind nur einige der möglichen Folgen. Bürgermeister Peter Eisenschenk hebt hervor, wie wichtig es ist, dass Eltern über diese Herausforderungen informiert werden. Bei der Anmeldung ihres Kindes im Standesamt Tulln werden die Eltern direkt über das Beratungsangebot informiert. Bettina Mayer, die zuständige Hebamme, wird die Familien persönlich kontaktieren, um individuelle Termine zu vereinbaren.
Die Kampagne „Bildschirmfrei bis drei“
Ein weiterer Bestandteil dieser Initiative ist die Kampagne „Bildschirmfrei bis drei – rede mit mir, spiele mit mir“, die im Vorjahr von Stadtarzt Dr. Franz Bichler und dem Verein „Gesundes Tulln“ ins Leben gerufen wurde. Diese Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Reduzierung der Bildschirmzeit bei Kindern zu schärfen und bietet Informationsveranstaltungen sowie Veranstaltungen zur Bewusstseinsbildung an. Die Initiative „Bildschirmfrei bis 3“ empfiehlt, dass Kinder bis zum Alter von drei Jahren vollständig von Bildschirmmedien ferngehalten werden sollten. Mehr Informationen dazu sind hier verfügbar.
Eltern sehen sich häufig der Herausforderung gegenüber, ab wann ihre Kinder Medien nutzen dürfen. Die neuen medizinischen Leitlinien zur Prävention von dysreguliertem Bildschirmgebrauch, die seit Oktober 2023 gelten, geben klare Empfehlungen. Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren wird eine maximale Bildschirmzeit von 30 Minuten pro Tag empfohlen, und dies ausschließlich in Anwesenheit der Eltern. Für Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren sollten es maximal 30 bis 45 Minuten sein.
Wichtige Empfehlungen für Eltern
Ein zentraler Punkt der Empfehlungen ist, dass Bildschirmmedien nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung eingesetzt werden sollten. Zudem sollten Eltern während gemeinsamer Mahlzeiten auf Bildschirmnutzung verzichten und ein kritisches Interesse an den digitalen Aktivitäten ihrer Kinder zeigen. Auch die Vorbildfunktion der Eltern ist entscheidend: Wenn sie selbst auf Bildschirmnutzung verzichten, fördern sie ein gesundes Medienverhalten bei ihren Kindern. Des Weiteren sollten Eltern und Geschwister sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und in der Gegenwart jüngerer Familienmitglieder auf Bildschirmnutzung verzichten. Hier gibt es noch weitere Tipps zur Mediennutzung für Kinder.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stadt Tulln mit der Initiative zur gesunden Mediennutzung einen wichtigen Beitrag zur frühkindlichen Entwicklung leistet. Die Informationsangebote und die Unterstützung durch Fachkräfte sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Medienkompetenz von Eltern und Kindern zu stärken und die negativen Auswirkungen von Bildschirmnutzung zu minimieren.