Sidebar Link
Sidebar Link

In St. Pölten hat die Hochwasserkatastrophe im September 2024 deutliche Spuren hinterlassen. Die Niederschläge in diesem Zeitraum beliefen sich auf über 400 Liter pro Quadratmeter, was zu einem Überlaufen von Bächen und Retentionsbecken sowie Dammbrüchen entlang der Traisen führte. Die Stadtverwaltung hat daher zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen angekündigt, um zukünftige Katastrophen zu verhindern. Dazu zählen unter anderem der Bau neuer Rückhaltebecken, mobile Barrieren und Dammsanierungen. Diese Maßnahmen sind Teil der Kernaufgaben der Stadt und werden nicht vom Konsolidierungsplan betroffen sein. Bürgermeister Matthias Stadler betont die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und schätzt, dass die Schadenssumme an Hochwasserschutzanlagen rund 2 Millionen Euro beträgt. Auch die Mitgliedsgemeinden des Traisen-Wasserverbandes haben einen Sonderbeitrag für die nächsten drei Jahre beschlossen, um die Instandsetzung der Wege und Hochwasserschutzanlagen zu finanzieren.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass der öffentliche Hochwasserschutz nicht alle Hochwasserereignisse abdecken kann. Für exponierte Lagen wird empfohlen, zusätzliche Objektschutzmaßnahmen auf eigenen Grundstücken zu ergreifen. Informationen zur Eigenvorsorge für Privathaushalte sind auf der Webseite www.wasseraktiv.at/ich-schuetze-mich verfügbar. Um die Situation langfristig zu verbessern, wird eine Taskforce der Baudirektion zusammen mit der Firma „Donau Consult“ die Schäden analysieren und zusätzliche Schutzmaßnahmen prüfen. Eine Liste von wasserbaulichen Maßnahmen wurde bereits erstellt, deren Umsetzung jedoch von verschiedenen Faktoren abhängt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Aktuelle Hochwasserschutzprojekte

Zu den aktuellen Projekten gehören die Adaptierung des Regenrückhaltebeckens Nadelbach, für die eine Bewilligung eingereicht wurde und die im Jahr 2026 umgesetzt werden soll. Das Hochwasserschutzprojekt für Pottenbrunn ist bereits weit fortgeschritten, und die Einreichunterlagen sind in Arbeit. Zudem wird der Hochwasserschutzdamm in Spratzern geprüft und ein Konzept für Instandsetzungsarbeiten in Arbeit. Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Abflusssituation an der Fridauerstraße in St. Georgen sowie Planungen zum Schutz der Tagwassersituation im Bereich Hungerfeldweg und Friedhof in Pottenbrunn sind in der Pipeline.

In-Article Link
In-Article Link

Die Hochwasserschutzkonzepte der Stadt St. Pölten werden bereits seit Anfang der 2000er Jahre umgesetzt. Zu den Projekten der letzten 10 Jahre zählen unter anderem der Hochwasserschutz Spratzern Süd (2015), die Erhöhung des Traisen-Hochwasserschutzes an der Landessportschule (2016), sowie diverse Rückhaltebecken, wie das beim Friedhof in Pottenbrunn (2020) und das Retentionsbecken Eisbergspitze (2022).

Langfristige Strategien für den Hochwasserschutz

Die Notwendigkeit eines durchdachten Hochwasserschutzes wird auch durch die Erkenntnisse des Umweltbundesamtes untermauert. Historisch gesehen haben ufernahe Deiche viele Überschwemmungsflächen von Flüssen abgeschnitten, sodass nur noch 20 Prozent der natürlichen Überschwemmungsflächen an großen Strömen wie Rhein, Elbe, Donau und Oder vorhanden sind. Hochwasserretentionsflächen dämpfen den Verlauf von Hochwasserwellen, indem sie Wasser zwischenspeichern und zurückhalten. Ein zentraler Aspekt des Wasserhaushaltsgesetzes ist die Bereitstellung größerer Flächen für die Ausuferung von Flüssen.

Die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten und die Rückverlegung von Deichen sind wichtige Maßnahmen, um Hochwasserretentionsflächen zu schaffen und Gewässer zu renaturieren. Renaturierung gibt Gewässern mehr Platz für eigendynamische Entwicklungen und trägt zur Stärkung der Ökosystemleistungen von Fließgewässern bei. Diese Synergien sind nicht nur wichtig für den Hochwasserschutz, sondern auch für den Naturschutz und die Biodiversität.