Am heutigen Weltfrauentag, dem 10. März 2026, möchten wir die inspirierende Karriere von Anita Leitner, der Centerleiterin des Traisenparks in St. Pölten, in den Mittelpunkt rücken. In einem Gespräch über ihren Werdegang und die Gleichstellung der Geschlechter betont sie, dass Gleichstellung kein Eintagsthema ist. Ihr Karriereweg begann mit einem Psychologiestudium an der Universität Graz, gefolgt von einer Tätigkeit im Marketing des schwiegerelterlichen Betriebs. Anschließend wechselte sie ins Stadtmarketing und übernahm die Geschäftsführung einer Werbegemeinschaft in Deutschlandsberg, bevor sie Centermanagerin der Shoppingcity Seiersberg wurde. Seit 14 Jahren ist sie nun im Traisenpark tätig.
Leitner reflektiert über die Herausforderungen, die Frauen vor 20 Jahren in Führungspositionen hatten, da diese stark mit männlichen Vorstellungen verknüpft waren. Sie beobachtet jedoch, dass es in den letzten Jahren Verbesserungen in der Gleichstellung gegeben hat. Trotzdem wünscht sie sich, dass in Zukunft nicht das Geschlecht, sondern Kompetenz und Authentizität entscheidend sind. Im Traisenpark arbeiten rund 600 Verkaufsmitarbeiter, von denen 90 Prozent Frauen sind. Bei den Führungspositionen sieht die Realität jedoch anders aus: Hier liegt das Verhältnis bei 70:30 zugunsten der Männer. Einzig im Centermanagement des Traisenparks besteht das Team aus Frauen, während die Haustechnik männlich besetzt ist (60:40 zugunsten der Frauen).
Gesetzliche Entwicklungen zur Gleichstellung
Die gesetzliche Grundlage für die Förderung von Frauen in Führungspositionen wurde mit dem Führungspositionen-Gesetz (FüPoG) geschaffen, das am 1. Mai 2015 in Kraft trat. Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten und öffentlichen Sektor zu erhöhen. Seither ist der Frauenanteil in Führungsebenen der Privatwirtschaft, im öffentlichen Dienst und in den Gremien des Bundes gestiegen. Ab dem 1. Januar 2016 gilt beispielsweise ein Mindestanteil von 30 Prozent für das unterrepräsentierte Geschlecht in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen mit paritätischer Mitbestimmung.
Im August 2021 trat das FüPoG II in Kraft, das weitere Regelungen zur Unterstützung von Frauen in Führungspositionen einführt. Die Mindestbeteiligungsgebote für Vorstände von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen sind nun strenger, sodass bei mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau und ein Mann im Vorstand vertreten sein müssen. Darüber hinaus wurde ein verbesserter Sanktionsmechanismus bei Verletzung von Berichtspflichten eingeführt. Diese Entwicklungen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Gleichstellung in der Arbeitswelt voranzutreiben.
Der Stand der Dinge in Deutschland
Ein Blick auf die Situation in Deutschland zeigt, dass im Jahr 2022 in kleinen und mittelgroßen Unternehmen 34,3 Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt waren. Im Vergleich dazu lag dieser Anteil 2021 bei 35,6 Prozent und stieg bis 2023 auf 40 Prozent an. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Frauenanteil in der Führung von mittelständischen Unternehmen zunächst anstieg, um dann leicht zurückzugehen. Von den 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland wurden 621.000 von Frauen geführt, was einem Anteil von rund 16 Prozent entspricht.
Die 2022 ermittelte Quote von 19,7 Prozent für frauengeführte Unternehmen stellt einen Höchststand dar. Besonders in Dienstleistungsunternehmen sind Frauen stark vertreten, wobei 88 Prozent der von Frauen geführten Unternehmen in diesem Sektor ansässig sind. Dennoch bleibt die Zahl der Chefinnen in größeren Unternehmen, die mehr als 50 Mitarbeitende beschäftigen, mit nur rund 6.000 sehr gering. Diese Unternehmen erzielen einen Gesamtumsatz von 435 Milliarden Euro und beschäftigen etwa 3,3 Millionen Menschen, was zehn Prozent der Erwerbstätigen im Mittelstand entspricht.
Leitner nutzt den Weltfrauentag, um Frauen sichtbar zu machen und ihre Wertschätzung zu fördern. Sie träumt von einer Zukunft, in der Gleichstellung selbstverständlich ist und Karriere und Familie vereinbar sind. Solche Visionen sind nicht nur wünschenswert, sie sind auch notwendig, um eine gerechtere und inklusivere Arbeitswelt zu schaffen. Die Entwicklungen in Österreich und Deutschland zeigen, dass es Fortschritte gibt, aber auch noch viel zu tun bleibt, um echte Gleichstellung in der Arbeitswelt zu erreichen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln auf MeinBezirk, BMBF und Zeit.




