Heute, am 14.02.2026, wird in St. Pölten eine neue Ära der Energieversorgung eingeläutet. Die Sparkasse Niederösterreich Mitte West hat in Zusammenarbeit mit der EnergieRegion St. Pölten einen bedeutenden Pakt zur Förderung nachhaltiger Energiegewinnung unterzeichnet. Diese Kooperation verspricht nicht nur Einsparungen für die Mitglieder der St. Pöltner Energiegemeinschaften, sondern auch eine direkte Rückführung dieser Mittel in den Energiefonds der Stadt. Vorstandsdirektor Peter Hronek der Sparkasse betont, dass die gesparten Mittel in Form von Investitionen für die Bürgerenergiegemeinschaften wieder zur Verfügung gestellt werden sollen. Ziel ist es, Förderungen zu finanzieren, beispielsweise für die Anschaffung von Speichern.
Die Vertragsunterzeichnung fand in Anwesenheit von Franz Gruber, dem Chef der EnergieRegion, sowie den Vorstandsmitgliedern Michael Kögl und Renate Gamsjäger statt. Ein weiterer Vorteil für die Mitglieder der Energiegemeinschaften: Bei einem Kontowechsel zur Sparkasse erhalten sie einen Bonus von 70 Euro. Diese Maßnahmen sind Teil des Expansionskurses der EnergieRegion St. Pölten, die im Februar Informationsveranstaltungen in Viehofen, Wagram und Unterradlberg plant.
Energiegemeinschaften im Fokus
Die neue Kooperation zwischen der Sparkasse und der EnergieRegion steht im Einklang mit den jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Energiegemeinschaften (EEGe). Laut einem Positionspapier des Instituts für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) spielen EEGe eine entscheidende Rolle in der lokalen Energiewende. Sie ermöglichen es Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Institutionen, aktiv an der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung erneuerbarer Energien teilzunehmen. Dies geschieht in Übereinstimmung mit der EU-Richtlinie 2018/2001 (RED II), die einen klaren Fokus auf lokale und dezentrale Energieversorgung legt.
Mitglieder von Energiegemeinschaften können Strom aus gemeinsam betriebenen Anlagen, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen, über das öffentliche Netz teilen, speichern und handeln. Diese gemeinschaftlichen Strukturen stärken nicht nur die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort, sondern fördern auch die Bürgerbeteiligung und Akzeptanz. Fachleute sehen in EEGe ein Schlüsselelement der Energiewende, das auch durch eine zunehmende Sektorenkopplung und Digitalisierung unterstützt wird.
Herausforderungen und Möglichkeiten
Die Integration von Energiegemeinschaften in das bestehende Stromsystem bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Unklare Rechtsdefinitionen und fehlende Flexibilität bei Netztarifen stellen zentrale Hürden dar. Eine Kurzstudie des IZES beschreibt die Notwendigkeit eines klaren regulatorischen Rahmens, der Anpassungen im Energiewirtschaftsgesetz erfordert. Vorschläge zur Verbesserung umfassen die Einführung flexibler Stromtarife, die Schaffung einer zentralen Informationsstelle und die Möglichkeit für Energiegemeinschaften, ihren Strom von einem frei wählbaren Lieferanten zu beziehen.
In der EU existieren zwei Arten von Energiegemeinschaften: die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) und die Bürgerenergiegemeinschaft (BEG). Beide Modelle zielen darauf ab, lokale und nachhaltige Energieproduktion zu fördern. Insbesondere EEGs, die sich auf erneuerbare Energien konzentrieren, sind darauf ausgerichtet, die Umwelt zu schützen und den gemeinschaftlichen Nutzen von Strom und Wärme zu maximieren.
Zukunftsausblick
Die Zukunft der Energiegemeinschaften sieht vielversprechend aus. In Deutschland plant man eine zentrale Anlaufstelle zur Unterstützung von Betreibern und Mitgliedern. Das Potenzial dieser gemeinschaftlichen Modelle muss weiter ausgeschöpft werden, um einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende zu leisten. Durch die Initiative der Sparkasse und der EnergieRegion St. Pölten wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung gegangen, der nicht nur wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt, sondern auch die lokale Gemeinschaft stärkt und die Akzeptanz für erneuerbare Energien erhöht.
Für weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie den vollständigen Artikel auf Stadtlandzeitung sowie die Analysen und Studien zu Energiegemeinschaften auf Energieforschung und Wirtschaftsforum.