Am 17. April 2016 fand die Gemeinderatswahl in St. Pölten statt, ein Ereignis, das nicht nur die lokale Politik, sondern auch die Dynamik innerhalb der Grünen maßgeblich beeinflusste. Der damalige Bürgermeister Matthias Stadler von der SPÖ wurde als Spitzenkandidat mit 97,4 % der Stimmen gewählt. Der Wahltermin wurde als früh wahrgenommen, um einen kürzeren und günstigeren Wahlkampf zu ermöglichen. Trotz der Dominanz der SPÖ, die 59 Prozent der Stimmen erhielt, war das Ergebnis der Grünen mit 2,7 Prozent und einem Mandat eher bescheiden. Nicole Buschenreiter, die erste Spitzenkandidatin der Grünen, trat nach der Wahl zurück und kritisierte die Landespartei für die Wahlkampfstrategie. Dies machte den Weg für eine Neuausrichtung der Grünen unter Christina Engel-Unterberger frei.

Engel-Unterberger übernahm die Führung der Grünen in einer schwierigen Phase, nachdem Markus Hippmann zur SPÖ gewechselt war. Sie setzte ein Zukunftsprogramm in Gang, das sich auf Klimaschutz, Mobilitätswende und Bürgerbeteiligung konzentrierte. Diese Themen fanden besonders Anklang bei der Bevölkerung, was den Wiederaufstieg der Grünen einleitete. Besonders bemerkenswert war die Vernetzung mit Aktivisten wie Romana Drexler, die über 20.000 Unterschriften gegen die umstrittene Traisental-Schnellstraße sammelte. Engel-Unterberger, die als Sozialarbeiterin, Supervisorin und Hochschuldozentin tätig war, organisierte auch Bürgerproteste gegen unangenehme Gerüche aus der Mülldeponie, was die Diskussion zwischen Stadt und Land über die Zuständigkeit in dieser Causa anheizte.

Erfolgreiche Wahlen und strategische Herausforderungen

Die Grünen erlebten 2021 einen erfolgreichen Wahlgang, in dem sie drei Mandate erringen konnten. Unter der neuen Führung von Walter Heimerl-Lesnik steigerten sie ihren Stimmenanteil auf 9,6 Prozent und sicherten sich ein zusätzliches Mandat. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die SPÖ die Grünen als Koalitionspartner anstrebte. Die Herausforderung lag jedoch darin, die Themen und Positionen der Grünen in den Vordergrund zu rücken, während man gleichzeitig die Koalition mit der SPÖ in Betracht zog. Das Ziel, den ersten grünen Vizebürgermeister in der Stadtgeschichte zu stellen, ist ein ambitioniertes Unterfangen, das die strategische Planung der Grünen in den kommenden Monaten stark prägen wird.

Mit dem Blick auf die bevorstehenden Wahlen ist zu beachten, dass die nächste Gemeinderatswahl in St. Pölten für 2026 angesetzt ist. Im Vergleich dazu fand die letzte Wahl am 24. Januar 2021 statt. Die politische Landschaft wird sich bis dahin sicherlich weiterentwickeln, und die Grünen stehen vor der Herausforderung, ihre Wählerbasis zu festigen und auszubauen. Während die SPÖ sich auf Sicherheit, Arbeit, Bildung und Verkehr konzentrierte, müssen die Grünen weiterhin für Transparenz und Nachhaltigkeit kämpfen.

Wahlhistorie und zukünftige Perspektiven

Die Wahlhistorie in St. Pölten zeigt, dass die politische Landschaft in ständiger Bewegung ist. Die letzte Bundespräsidentenwahl fand am 9. Oktober 2022 statt, und die nächste Landtagswahl Niederösterreich steht für den 28. Januar 2023 an. Auch auf Bundesebene sind die Nationalratswahlen für den 29. September 2024 und die EU-Wahlen für den 9. Juni 2024 angesetzt. Diese Wahlen könnten entscheidenden Einfluss auf die lokale Politik haben, insbesondere auf die Strategien der Grünen und deren Position in der Koalition mit der SPÖ.

Für weitere Informationen zu Wahlen und Volksbegehren in St. Pölten steht das Wahlamt zur Verfügung. Die Kontaktinformationen sind wie folgt: Rathausplatz 1, 3100 St. Pölten, Telefon: +43 2742 333-2073, E-Mail: wahlamt@st-poelten.gv.at. Die Öffnungszeiten sind Montag, Mittwoch, Donnerstag von 07.30 bis 16.00 Uhr, Dienstag von 07.30 bis 18.00 Uhr und Freitag von 07.30 bis 13.00 Uhr.

Quellen: Kurier, Wikipedia, St. Pölten.