Heute ist der 15.02.2026 und in St. Pölten sorgt eine Deponie für Aufregung. Die Deponie „Am Ziegelofen“ wurde aufgrund illegaler Ablagerungen gesperrt. Nach der Übergabe an einen neuen Eigentümer im Jahr 2019 kam es zu einer erhöhten Geruchsbelästigung, die die Anwohner alarmierte. Greenpeace informierte im Dezember 2024 über mögliche illegale Müllablagerungen, was zu einer behördlichen Schließung der Deponie führte. Bei 25 Probeschürfungen wurden 23 Beanstandungen festgestellt, was die Dringlichkeit einer Sanierung unterstreicht. Der Betreiber hat jedoch ein neues Sanierungskonzept vorgelegt, das die Anforderungen der Behörden erfüllen soll. Die Sanierung wird bis Mitte 2029 umgesetzt und vom Land kontrolliert.

Ein Sanierungsplan sieht vor, dass der unsachgemäß entsorgte Restmüll abgetragen wird und die Nachbehandlung in der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) vor Ort erfolgt. Die Arbeiten sollen in 25-mal-25-Meter-Abschnitten durchgeführt werden. Zudem steht Leopold Schalhas, der Leiter der Abteilung Umwelt und Anlagenrecht, in regelmäßigem Kontakt mit den Anrainern, um über Fortschritte und Maßnahmen zu informieren. Sollte der Plan erfolgreich umgesetzt werden, könnte die Deponie wieder in Betrieb genommen werden. Doch die Bedenken sind groß, wie die Ereignisse der letzten Jahre zeigen.

Ermittlungen von Greenpeace

Am 12. Dezember 2024 fand eine unangekündigte Vor-Ort-Überprüfung der Deponie statt, bei der Material entdeckt wurde, das nicht die Voraussetzungen für eine Deponierung erfüllt. Diese Entdeckung führte zur vorläufigen Schließung der Deponie, um weitere Untersuchungen nicht zu behindern. Greenpeace hat in den letzten Jahren intensiv geforscht und Luft- sowie Satellitenbilder von 2007 bis 2024 ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen vier neue Verdachtsflächen für Falschdeponierungen.

Angesichts der ermittelten Missstände fordert Greenpeace eine Erweiterung des Suchradius von 20.000 Quadratmetern auf etwa 40.000 Quadratmeter sowie Anpassungen in der Suchtiefe. Am 14. März 2025 reichte Greenpeace eine Sachverhaltsdarstellung gegen die Zöchling Abfallverwertung GmbH bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten ein. Die Auswertungen deuten darauf hin, dass die Falschdeponierung bereits länger andauert und große Mengen betrifft. Der Verdacht auf strafrechtlich relevantes Verhalten nach §181b des Strafgesetzbuches ist nicht unbegründet.

Forderungen für die Zukunft

Greenpeace sieht eine Übertretung dieser Norm als erfüllt an, da bereits 500 Tonnen unbehandelter Müll ausreichen, um eine strafbare Handlung zu begründen. In diesem Zusammenhang wird auch gefordert, unangekündigte, regelmäßige Kontrollen durch wechselnde Prüfteams durchzuführen und alle Kontrollergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Illegale Müllentsorgung ist nicht nur ein Verstoß gegen Umweltgesetze, sondern auch eine Bedrohung für Mensch und Natur. Greenpeace hat klar umrissene Vorschläge zur Vermeidung zukünftiger Skandale und Missstände präsentiert.

Die Situation rund um die Deponie in St. Pölten verdeutlicht, wie wichtig ein effektives Kontrollsystem für Deponien ist. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Sanierung und die geforderten Maßnahmen umgesetzt werden können. Die Verantwortung liegt nun beim Betreiber sowie den zuständigen Behörden, die ein wachsames Auge auf die Vorgänge haben müssen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von oe24 und Greenpeace.