Am 1. Januar 2026 wird Christian Dorfer die Leitung der Klinischen Abteilung für Neurochirurgie am Universitätsklinikum St. Pölten übernehmen. Der gebürtige Kärntner bringt eine beeindruckende Karriere mit, die ihn nicht nur durch Österreich, sondern auch international geführt hat. Seine medizinische Ausbildung absolvierte er an der Medizinischen Universität Wien, wo er auch seine Facharztausbildung für Neurochirurgie abschloss. Seit 2013 ist er Facharzt und hat sich durch eine Habilitation sowie einen MBA im Gesundheitsmanagement weiter qualifiziert. Zuletzt war Dorfer stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Wien und verfügt über eine Zusatzqualifikation in Intensivmedizin. Ein wichtiger Teil seiner Ausbildung fand am renommierten Hospital for Sick Children der University of Toronto statt, wo er seine chirurgischen Techniken vertiefte.

Die Schwerpunkte von Dorfer liegen in der Neuroonkologie, der Epilepsiechirurgie bei Kindern und Erwachsenen sowie in modernen minimal-invasiven Operationsverfahren. Seine wissenschaftliche Vernetzung ist bemerkenswert; er ist an internationalen Forschungsprojekten beteiligt und engagiert sich in mehreren Fachgesellschaften. Besonders hervorzuheben ist seine Rolle als Mitbegründer und Präsident der International Epilepsy Surgery Society. In seiner neuen Position wird Dorfer auch die Lehre und Nachwuchsförderung als zentrale Aufgabenfelder in den Fokus rücken. Mit seiner Bestellung verfolgt die Klinik das Ziel, die Qualität der neurochirurgischen Versorgung zu sichern und das medizinische Angebot weiterzuentwickeln. ÖVP-Landesrat Anton Kasser betont dabei die Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb des Hauses.

Ein Curriculum für die Epilepsiechirurgie

Unter der Leitung von Christian Dorfer hat ein internationales Fachgremium ein Curriculum für die Ausbildung in der Epilepsiechirurgie entwickelt. Ziel ist es, die chirurgische Versorgung von Menschen mit therapieresistenter Epilepsie durch einheitliche Kompetenzstandards zu verbessern. Dieses Curriculum, das in Kooperation mit der International League Against Epilepsy (ILAE) und der International Epilepsy Surgery Society (IESS) entstand, wurde im Fachjournal „Epileptic Disorders“ veröffentlicht.

Der kompetenzbasierte Ausbildungsansatz deckt alle wichtigen Bereiche ab: von der Diagnostik über die präoperative Beurteilung bis hin zu chirurgischen Techniken und der postoperative Nachsorge. Auch Kommunikations- und Beratungskompetenzen sind essenzielle Bestandteile. Die Epilepsiechirurgie wird insbesondere dann angewendet, wenn Anfälle trotz medikamentöser Therapie fortbestehen. Ziel der Chirurgie ist es, Anfallsfreiheit oder eine deutliche Reduktion der Anfallslast zu erreichen, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Globale Herausforderungen in der Ausbildung

Die Entwicklung des Curriculums basiert auf einem mehrstufigen internationalen Konsensprozess und wurde durch eine Umfrage unter 122 Experten validiert. 94% der Befragten unterstützen die Einführung eines standardisierten Ausbildungsprogramms sowie eines ILAE-Zertifikats. Es bestehen jedoch weltweit erhebliche Unterschiede in den Ausbildungsmöglichkeiten für Epilepsiechirurgie, besonders in ressourcenlimitierten Ländern. Das Curriculum bietet eine strukturierte, international abgestimmte Grundlage für die Ausbildung zukünftiger Fachärzt:innen. Der nächste Schritt besteht darin, ein praxisorientiertes Trainingsprogramm zur systematischen Vermittlung operativer Fertigkeiten zu entwickeln.

Mit der Übernahme der Leitung der Klinischen Abteilung für Neurochirurgie am Universitätsklinikum St. Pölten wird Christian Dorfer nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der neurochirurgischen Versorgung leisten, sondern auch die Ausbildung in der Epilepsiechirurgie durch das neu entwickelte Curriculum nachhaltig beeinflussen. Diese Entwicklungen sind nicht nur für das Universitätsklinikum von Bedeutung, sondern auch für die gesamte neurochirurgische Gemeinschaft, die von solchen Initiativen profitiert.

Für weitere Informationen über die neuen Entwicklungen in der Neurochirurgie und die Rolle von Christian Dorfer, besuchen Sie bitte auch die Artikel auf kurier.at, meduniwien.ac.at und mgo-medizin.de.