In St. Pölten sorgt die Diskussion um die Busflotte des öffentlichen Verkehrs für viel Aufsehen. Die FPÖ und die SPÖ stehen sich dabei gegenüber, während die Stadt an einer zukunftsorientierten Lösung arbeitet. Die Stadt plant, das Öffi-System, das jährlich etwa 5,3 Millionen Fahrgäste befördert, auf Elektroantrieb umzustellen. Dies geschieht im Einklang mit einer EU-Verordnung, die vorschreibt, dass ab 2030 90% und ab 2035 100% der neu angeschafften Stadtbusse emissionsfrei sein müssen. Derzeit sind dieselbetriebene Fahrzeuge im Einsatz, doch diese sollen durch E-Busse ersetzt werden. Ein Mischbetrieb aus Diesel- und E-Bussen wird als teuer und ineffizient angesehen, was die Diskussion weiter anheizt.
FPÖ-Landesvize Udo Landbauer kritisiert SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler scharf für die fehlenden Unterlagen zur E-Bus-Flotte und bezeichnet diese als eine „Luxusvariante“. Die Stadt hat jedoch bereits Ende Februar und Anfang März Unterlagen an die NÖVOG geschickt, und eine Entscheidung über die E-Busse steht noch aus. Für die Umsetzung wird finanzielle Unterstützung des Landes Niederösterreich erwartet. St. Pölten erhält 2023 etwa 1,5 Millionen Euro aus dem NÖ Nahverkehrsfinanzierungsprogramm, während die Gesamtkosten des Stadtverkehrs im Jahr 2026 auf rund 10,3 Millionen Euro geschätzt werden. Nach Abzug der Einnahmen und Zuschüsse verbleiben etwa 5,9 Millionen Euro, wobei das Land NÖ bis zu 33,3% der Kosten übernimmt, maximal 1,575 Millionen Euro.
Vorteile der Elektromobilität
Der Umstieg auf Elektrobusse bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Elektro-Busse verbessern nicht nur die Luftqualität in den Städten, sondern unterstützen auch die Klimaschutzziele. In Deutschland sind bereits rund 1.900 E-Busse im Einsatz, und das Ministerium fördert den Ausbau der Elektromobilität mit etwa 4.200 Bussen mit alternativen Antrieben und mehr als 120 Verkehrsunternehmen. Ein Beispiel sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die in diesem Jahr über 200 E-Busse einführen werden. Bis 2025 wird sich die Anzahl aufgrund von Ministeriums-Förderung mehr als verdoppeln.
Zusätzlich wird das Forschungsprojekt „E-Bus 2030+“ mit 1,38 Millionen Euro gefördert. Die Partner dieses Projekts, die BVG, das Reiner Lemoine Institut (RLI) und die Technische Universität Berlin (TUB), arbeiten an einer integrierten Softwarelösung zur Unterstützung des elektrischen Busbetriebs. Diese Software soll Simulationen des E-Bus-Einsatzes ermöglichen und wird als Open-Source-Lösung auch anderen Verkehrsunternehmen zur Verfügung stehen.
Die Rolle von E-Fuels und umweltfreundlichen Kraftstoffen
Während Elektrobusse eine vielversprechende Lösung für den urbanen Verkehr darstellen, werden auch alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff und synthetisches Kerosin als Optionen für den Klimaschutz diskutiert. Diese sogenannten E-Fuels sollten aus erneuerbarem Strom hergestellt werden, jedoch sind sie derzeit aufgrund ihrer hohen Produktionskosten und geringen Verfügbarkeit nur in kleinen Mengen nutzbar. Im Straßenverkehr wird jedoch erwartet, dass E-Fuels keine bedeutende Rolle spielen, da Elektromotoren effizienter sind und E-Fuels höhere Betriebskosten mit sich bringen.
Um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen, wird ein hoher Stromanteil im Verkehr prognostiziert – voraussichtlich bei 90%. Dabei ist es wichtig, dass die Politiken, wie die THG-Quote, an die neuen Gegebenheiten angepasst werden, um den Übergang zu einer emissionsfreien Mobilität zu fördern. Wie sich der öffentliche Verkehr in St. Pölten entwickeln wird, bleibt abzuwarten, doch die Weichen sind mit dem geplanten Umstieg auf E-Busse bereits gestellt.
Wenn Sie mehr über die aktuelle Diskussion und die Zukunft der Elektromobilität in St. Pölten erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen in dem Artikel des Kurier. Für einen breiteren Überblick über den Einsatz von E-Bussen in Deutschland besuchen Sie die Seite des Bundesministeriums für Verkehr. Und zur Rolle von E-Fuels im Klimaschutz lesen Sie mehr auf der Webseite des Umweltbundesamtes.