In St. Pölten geht es voran: Die niederösterreichische Landesregierung hat die ersten Aufträge für den Umbau des Sitzungssaals des Landtags freigegeben. Mit einem Auftragsvolumen von 5,5 Millionen Euro, das knapp zwei Millionen Euro unter dem ursprünglich vorgesehenen Budgetrahmen liegt, ist der Weg für die anstehenden Bauarbeiten geebnet. Der Landtagspräsident Karl Wilfing (ÖVP) betonte, dass das Gesamtbudget für den Umbau bei 11,2 Millionen Euro liegt, welches voraussichtlich nicht vollständig ausgeschöpft wird. Die beauftragten Unternehmen, überwiegend aus Niederösterreich, sind nun bereit, mit den notwendigen Arbeiten zu beginnen.

Die Umbauarbeiten umfassen nicht nur die Baumeisterarbeiten, sondern auch umfassende Leistungen in den Bereichen Klima- und Elektrotechnik. Für die Elektro- und Medientechnik sind die Firmen Klenk und Meder aus St. Pölten zuständig, während die Hochgerner Möbelwerkstätte aus Böheimkirchen die Bautischlerarbeiten übernimmt. Wilfing hat zudem die Wichtigkeit von Transparenz hervorgehoben; alle Bürger können den Fortschritt des Umbaus online auf der Landes-Website verfolgen. Die ersten Sitzungen im neuen Sitzungssaal sind für September 2027 geplant, bis dahin dient der Leopoldsaal im Erdgeschoss des Landhauses als Ausweichquartier.

Details zum Umbau und Zeitrahmen

Der Umbau des Sitzungssaals wird bis Mitte 2027 abgeschlossen sein und beinhaltet eine barrierefreie Gestaltung, die den Anforderungen moderner Infrastruktur gerecht wird. Der Leopoldsaal wurde bereits als neuer Tagungsort für die Landtagsabgeordneten genutzt, was zeigt, dass die Landesregierung nicht nur auf Renovierung setzt, sondern auch auf kurzfristige Lösungen für die Abgeordneten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist die Möglichkeit, den Fortschritt der Arbeiten online zu verfolgen. Dies schließt nicht nur Informationen zu den Vergaben ein, sondern auch einen inflationsbereinigten Vergleich der budgetierten und freigegebenen Summen. Diese Transparenz ist ein Schritt in die richtige Richtung und könnte als Vorbild für zukünftige Projekte dienen.

Digitalisierung im Bauwesen

Die Digitalisierung spielt auch in diesem Kontext eine immer größere Rolle. Die Arbeitsgruppe öffentlicher Auftraggeber (AGoeAG) im ÖIAV, gegründet 2019, hat sich zum Ziel gesetzt, einheitliche Vorgehensweisen für Building Information Modeling (BIM) zu schaffen. Dies könnte auch für den Umbau des Sitzungssaals von Bedeutung sein, da der Einsatz von digitalen Bauwerksmodellen die Effizienz und Transparenz im Bauwesen erhöht.

Die Anwendungsfälle, die von der AGoeAG entwickelt wurden, definieren den Zweck der Nutzung von Daten in digitalen Modellen und beinhalten wichtige Elemente wie Kostenermittlung, Bauabrechnung und Zertifizierungen. Durch die Implementierung solcher modernen Methoden könnte der Umbau des Sitzungssaals nicht nur zeitgerecht, sondern auch kosteneffizient durchgeführt werden. Die Verantwortung für die verschiedenen BIM-Fachmodelle bleibt dabei stets beim zuständigen Fachplaner, was die Qualität der Arbeiten sichert.

Der Umbau des Sitzungssaals in St. Pölten ist somit nicht nur ein Schritt zur Modernisierung der politischen Infrastruktur, sondern auch ein Zeichen für Transparenz und Effizienz im öffentlichen Sektor. Die Bürger dürfen gespannt sein, wie sich das Projekt entwickeln wird.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der niederösterreichischen Landesregierung und der NÖN, sowie über die neuesten Entwicklungen im BIM-Bereich.