In den letzten Tagen war die alpine Region Österreichs von schweren Schneefällen geprägt, die zahlreiche Gefahren mit sich brachten. Tragische Nachrichten erreichten uns aus dem Tiroler Skigebiet Nauders, wo ein 42-jähriger deutscher Skifahrer von einer Lawine erfasst und getötet wurde. Sein 16-jähriger Sohn überlebte schwer verletzt, nachdem beide beim Queren eines Nordhangs von einem etwa 400 Meter breiten Schneebrett mitgerissen wurden. Die Opfer stammen aus dem thüringischen Landkreis Eichsfeld und die Rettungskräfte standen vor einer herausfordernden Lage.

Parallel dazu sorgte der Winterdienst am Wiener Flughafen für Aufsehen, wo in der Nacht rund 20 Zentimeter Schnee gefallen waren. Über 1000 Lastwagen-Ladungen mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee wurden beseitigt, was vorübergehend zu einem Stillstand des Betriebs führte. Mindestens 150 Flüge wurden gestrichen und es war den ganzen Tag mit Verspätungen zu rechnen. Diese Situation verdeutlicht die massive Wirkung der Wetterbedingungen auf die Infrastruktur und die Sicherheit.

Lawinen im Tiroler Raum

Ein weiteres lawinenbedingtes Ereignis ereignete sich am 27. November 2025 am Stubaier Gletscher, wo eine Lawine eine gesicherte Skipiste erreichte. Der Auslöser war vermutlich das Verhalten von Skifahrern im freien Gelände oberhalb der Piste. Insgesamt acht Personen wurden verschüttet, doch glücklicherweise konnten alle gerettet werden, mit vier leicht verletzten. Dieses Ereignis zeigt, dass die Lawinengefahr auch in gesicherten Bereichen nicht zu unterschätzen ist.

Der Lawinenabgang, der am Morgen an der Daunscharte stattfand, hatte eine Anrisshöhe von bis zu zwei Metern. Trotz der vielen Skifahrer, die zuvor ohne Zwischenfälle auf dem betroffenen Hang fuhren, bleibt das Risiko im freien Skigelände abseits der Pisten ein ständiges Thema für Wintersportler. Über 250 Einsatzkräfte waren an der Rettung beteiligt, darunter auch 90 Soldaten der Deutschen Bundeswehr, die im Rahmen einer Ausbildung im Einsatz waren.

Die Gefahren der Berge

Lawinen gehören zu den größten Gefahren im freien Gelände, und die Gründe dafür sind vielfältig. Faktoren wie Schneedeckenaufbau, Wind, Temperatur und das Gelände selbst spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Lawinen. Besonders kritisch wird es, wenn der frisch gefallene Pulverschnee durch Wind verfrachtet wird, was zur Bildung von Triebschnee führt. Dieser ist häufig schlecht mit der Altschneedecke verbunden und kann so gefährliche Lawinen auslösen.

Der Klimawandel wirkt sich zudem auf die Stabilität von Permafrost und Gletschern aus, was die Gefahr von Bergstürzen erhöht. Wintersportler sollten den Lawinenlagebericht, der täglich von staatlichen Lawinenwarndiensten erstellt wird, stets im Auge behalten. Er beantwortet zentrale Fragen zu Gefahrengröße, gefährlichen Gebieten und der Art des Lawinenproblems. Besonders bei Stufe 3 („erheblich“) ist erhöhte Vorsicht geboten, da diese häufig unterschätzt wird und die meisten Unfälle dort geschehen.

In der Praxis gibt es einige Faustregeln, die helfen, das Risiko zu minimieren. Dazu gehört, amtliche Warnungen ernst zu nehmen, lokale Sperrungen zu beachten und immer an die notwendige Lawinenausrüstung zu denken. Der Umgang mit dieser Ausrüstung sollte regelmäßig geübt werden, um im Notfall schnell und effektiv reagieren zu können.

Die tragischen Vorfälle der letzten Tage sollten uns alle dazu anregen, mehr Respekt vor den Bergen zu haben und stets wachsam zu sein, wenn wir uns in die alpine Natur begeben. Weitere Informationen zu den aktuellen Lawinenwarnungen und Sicherheitsmaßnahmen finden Sie auf Plattformen wie ZDF heute.