In den letzten Jahren hat die Problematik der verwilderten Hauskatzen in Österreich und Deutschland zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Immer mehr Menschen sind sich der katastrophalen Bedingungen bewusst, unter denen viele Streunerkatzen leben. Diese Katzen sind oft krank, hungrig und ohne menschliche Fürsorge. Gabriele Drechsler aus Rosenburg-Mold ist eine der engagierten Stimmen, die sich für eine Verbesserung der Situation dieser Tiere einsetzt. Ihre Petition „Verpflichtende Teilnahme aller niederösterreichischen Gemeinden am Katzenkastrationsprojekt“ hat bereits über 4.500 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden und verdeutlicht die Dringlichkeit des Themas (Quelle).

Drechsler hat eigene Erfahrungen mit Streunerkatzen gesammelt und bereits mehrere Tiere kastrieren lassen. Sie kritisiert, dass viele Gemeinden nicht an dem Kastrationsprojekt teilnehmen und das Problem oft ignoriert wird. Der Bürgermeister von Rosenburg-Mold, Wolfgang Schmöger, hat zwar eine Projektbeteiligung für 2024 in Aussicht gestellt, jedoch keine Fördermittel beantragt. Die Kastration von Streunerkatzen wird zwar vom Land Niederösterreich gefördert, jedoch nur, wenn die Gemeinden freiwillig teilnehmen. In diesem Zusammenhang warnt ein Flyer des Landes vor der explosionsartigen Vermehrung von Katzen, die zu erheblichen Problemen führen kann – eine Katze kann im ersten Lebensjahr bis zu dreimal jährlich Junge bekommen.

Petition für bundesweite Kastrationspflicht

Ähnliche Probleme zeigen sich auch in Deutschland. Hier wurde eine Petition an den Deutschen Bundestag eingereicht, die eine bundesweit einheitliche gesetzliche Regelung fordert. Diese umfasst eine verbindliche Kastrationspflicht für alle freilaufenden Katzen, unabhängig von ihrem Besitzstatus. Zudem sollen alle Freigängerkatzen gekennzeichnet und registriert werden. Die Petition verlangt klare Zuständigkeiten für Kommunen und eine dauerhafte Finanzierung zur Unterstützung ehrenamtlicher Helfer. Die Maßnahmen sollen sofort umgesetzt werden, um das Leid der Streunerkatzen zu beenden (Quelle).

Die Problematik ist klar: Tausende Katzen leben unter schlechten Bedingungen, viele wurden ausgesetzt und vermehren sich unkontrolliert. Eine Katze kann bereits mit vier Monaten trächtig werden und bis zu 18 Jungtiere pro Jahr zur Welt bringen. Tierschutzvereine leisten zwar wertvolle Hilfe, sind jedoch oft überfordert. Im Jahr 2024 wurden bereits 298 Katzen kastriert, aber die Ressourcen sind begrenzt. Unkastrierte Katzen sorgen für Tierleid und Probleme im Umfeld, wie starken Urin-Geruch, Lärm und die Übertragung von Krankheiten.

Vorteile der Kastration

Die Kastration ist ein Routineeingriff, der in der Regel ohne Komplikationen verläuft. Bei weiblichen Katzen werden die Eierstöcke entfernt, während männliche Kater kastriert werden, indem die Hoden entfernt werden. Der empfohlene Kastrationszeitpunkt liegt zwischen vier und sechs Monaten. Die Kosten variieren, liegen aber in der Regel zwischen 150 und 250 Euro, in einigen Fällen sogar bis zu 300 Euro. Die Vorteile einer Kastration sind vielfältig: Sie verhindert unkontrollierte Fortpflanzung, mindert aggressive Verhaltensweisen und reduziert das Risiko von Verkehrsunfällen, da die Tiere nicht mehr auf der Suche nach Geschlechtspartnern sind. Zudem verringert sich das Risiko für Krankheiten wie Katzenaids und Leukose erheblich. All diese Gründe sprechen für eine verbindliche Kastrationspflicht, die nicht nur die Katzen selbst, sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld entlasten würde (Quelle).

Zusammenfassend sind sowohl auf kommunaler als auch auf bundesweiter Ebene dringende Maßnahmen erforderlich, um das Leid der Streunerkatzen zu beenden. Der Weg zu einer einheitlichen Regelung, die Kastration und Registrierung aller Freigängerkatzen beinhaltet, ist notwendig, um die Lebensbedingungen dieser Tiere nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Sorgen der Anwohner zu mindern. Die Unterstützung der Petition und ein gemeinsames Handeln aller Beteiligten sind gefordert.