Heute ist der 21.02.2026 und in St. Pölten-Land wird die Chormusik immer lebendiger. Doch ein akutes Problem zeichnet sich ab: In gemischten Chören herrscht ein akuter Männer-Notstand. Laut einer aktuellen Untersuchung sind 80% der Chormitglieder Frauen, während lediglich 20% Männer vertreten sind. In einigen Chören ist der Anteil an männlichen Stimmen sogar noch geringer. Diese Ungleichheit führt dazu, dass Tenöre und Bässe von Chorleitern mit großer Begeisterung empfangen werden, denn sie sind entscheidend für die Klangfülle und die musikalische Vielfalt der Ensembles.
Die Gründe für diesen Mangel an männlichen Sängern sind vielfältig. Zeitmangel und die Wahrnehmung von Komplikationen im Umgang mit Frauen sind häufig genannte Aspekte, die Männer davon abhalten, in gemischten Chören mitzuwirken. Dabei bieten gemischte Chöre nicht nur ein breiteres musikalisches Repertoire, sondern auch die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln – etwa bei Schnupperabenden, die unverbindlich sind und eine erste Annäherung ermöglichen. Aktuell suchen mehrere Chöre in St. Pölten und Umgebung nach männlicher Verstärkung. Dazu zählen unter anderem der Musica Yunicor St. Pölten, der Temperamente Chor Böheimkirchen und der Kirchenchor Pyhra, die alle regelmäßig proben und sich über neue Mitglieder freuen würden.
Männerchöre und Geschlechterparität
Interessanterweise zeigt sich, dass Männer in der Chor-Welt sehr gefragt sind, während Frauen oft länger nach einem passenden Chor suchen müssen. Die Diskussion über Geschlechterparität in Chören ist in vollem Gange. Eine Fragestellung, die immer wieder aufkommt, ist, ob Männerchöre für Frauen geöffnet werden sollten. Historisch gesehen hatten viele Männer den Wunsch, Teil eines Männerchores zu sein, doch der Altersdurchschnitt in diesen Chören liegt mittlerweile über 70 Jahren. Auch in Männerchören gibt es einen spürbaren Mangel an Tenören, was die Situation weiter verschärft.
Ein neuer Ansatz könnte darin bestehen, innovative Formen des Chorgesangs zu fördern. Chorpädagogin Heike Henning schlägt vor, dass Chöre sich neu erfinden und auf die Bedürfnisse beider Geschlechter eingehen sollten. Diese Veränderungen könnten dazu beitragen, die Attraktivität von Chören für Männer zu erhöhen und sie dazu zu bewegen, sich aktiv zu engagieren.
Fazit und Ausblick
Die Situation der Chormusik in St. Pölten ist ein Spiegelbild eines größeren Problems, das viele Regionen betrifft. Der Mangel an männlichen Sängern in gemischten Chören könnte nicht nur die musikalische Vielfalt einschränken, sondern auch die soziale Dynamik innerhalb der Chöre beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion über Geschlechterparität und die Integration von Männern in gemischte Chöre weiterentwickeln wird. Fakt ist jedoch, dass viele Chöre auf der Suche nach männlichen Stimmen sind, um ein harmonisches und vielfältiges Klangbild zu schaffen. Weitere Informationen zu diesen Herausforderungen und der Rolle von Chören in der Gesellschaft finden Sie auch in diesem Artikel.