Am 14. Februar 2026 hätte Siegfried Ludwig seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der in Wostitz, Südmähren, geborene Politiker wird als einer der prägendsten Landeshauptmänner Niederösterreichs in Erinnerung bleiben. Zu seinem Gedenken fand eine Kranzniederlegung am Friedhof in Perchtoldsdorf statt. Dort würdigte die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Ludwig als politischen Gestalter mit Weitblick und Mut zur Verantwortung. Sie betonte, dass seine Werte auch heute noch von Bedeutung sind und zukünftige Generationen inspirieren sollten. Ludwig wird oft mit dem Spruch zitiert: „Ein Land ohne Hauptstadt ist wie ein Gulasch ohne Saft“, was die Bedeutung seiner politischen Vision unterstreicht.
Seine politische Laufbahn begann 1964 als Landtagsabgeordneter, und schon bald war er in verschiedenen wichtigen Positionen tätig, darunter als Finanz-Landesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter. Von 1981 bis 1992 war er schließlich Landeshauptmann von Niederösterreich. Eine seiner bedeutendsten Leistungen war die Schaffung einer eigenen Landeshauptstadt. In einer Volksbefragung im Jahr 1986 stimmten 56 Prozent der Niederösterreicher für St. Pölten als neue Hauptstadt, ein Beispiel gelebter Demokratie, das von Ludwig initiiert wurde. Am 10. Juli 1986 wurde St. Pölten offiziell zur Landeshauptstadt erklärt, ein entscheidender Schritt in der politischen Geografie des Bundeslandes.
Der Weg in die Politik
Siegfried Ludwig, der 1926 geboren wurde und nach seiner Matura in Znaim 1946 aus russischer Gefangenschaft entlassen wurde, ließ sich mit seiner Familie in Altlichtenwarth im Bezirk Mistelbach nieder. 1953 schloss er sein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Wien ab und trat 1954 in den niederösterreichischen Landesdienst ein. Dort engagierte er sich in der Betriebsorganisation des ÖAAB und in der Personalvertretung. Von 1964 bis 1969 war er ÖVP-Abgeordneter im Landtag von Niederösterreich, bevor er 1969 in die Landesregierung eintrat, wo er bis 1981 als Landeshauptmannstellvertreter tätig war.
Ein Erbe, das bleibt
Während seiner Amtszeit als Landeshauptmann führte Ludwig zahlreiche Reformen ein. Er suchte den Kontakt zu den Bürgern durch Sprechtage in den Bezirken und initiierte eine Diskussion über die Schaffung einer Landeshauptstadt. Zudem entwickelte er Projekte wie den Bau des Marchfeldkanals und die Gründung der Donau-Universität Krems. Auch die Teilprivatisierung der EVN fiel in seine Amtszeit. Nach seinem Rücktritt im Oktober 1992 übergab er das Amt an Erwin Pröll und engagierte sich danach in verschiedenen Aufsichtsratspositionen, unter anderem bei der Flughafen Wien AG und Austrian Airlines.
Seine Verdienste um das Land blieben nicht unbemerkt: 1986 erhielt er den Ehrenring des Landes Niederösterreich und wurde 1992 zum Ehrenbürger ernannt. Siegfried Ludwig verstarb am 16. April 2013, doch sein Erbe und seine Visionen leben weiter und prägen das politische Landschaftsbild Niederösterreichs bis heute.
Mehr Informationen über Siegfried Ludwig können Sie in der Quelle und in der Zusatzquelle finden. Weitere Details zu seinem Leben und Wirken sind auch in der Wikipedia zusammengefasst.