Am Dienstagabend, den 7. Februar 2026, fand in der Raiffeisenbank Wieselburg der Neujahrsauftakt der Wirtschaftskammer Scheibbs statt. Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region kamen zusammen, um sich auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war der Ausblick auf das kommende Wirtschaftsjahr. Christoph Schildberger von CARLO CONTENT äußerte einen positiven Ausblick und erwartet ein gutes Jahr 2026. Auf der anderen Seite wies Elisabeth Bayerl von HAIRRICHTN Wieselburg auf die Herausforderungen hin, die durch Umbrüche und Einbrüche in der Branche entstehen, und hofft auf Stabilität oder sogar eine Steigerung. Ingrid Pruckner von Frau in der Wirtschaft Scheibbs & Schmankerlladen Wieselburg und Augustin Reichenvater, der WKO Bezirksstellenleiter Scheibbs, forderten Vereinfachungen in der Verwaltung, um die bürokratischen Belastungen zu reduzieren und mehr Zeit für Kunden und Handwerk zu gewinnen.

Ein weiteres zentrales Thema waren die steigenden Energiepreise und deren Auswirkungen auf verschiedene Unternehmen, wie Bäcker, Tischler und Produktionsbetriebe. Silvia Teufel von der WKO Scheibbs und Tischlerei Forstner thematisierte diese Problematik und rief zur Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen auf, die sich aus den steigenden Kosten ergeben.

Die wirtschaftliche Lage in Österreich

In einem breiteren Kontext wird die wirtschaftliche Situation in Österreich auch durch den aktuellen Jahreswirtschaftsbericht 2026 geprägt, der am 28. Januar 2026 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Der Bericht mit dem Titel „Investitionen und Reformen für Wachstum und Resilienz“ prognostiziert ein Wirtschaftswachstum von 1,0 % für 2026 und 1,3 % für 2027. Dieses Wachstum ist jedoch größtenteils schuldenfinanziert, und es besteht ein dringender Bedarf an Reformen der Standortbedingungen, um die Binnenwirtschaft zu stärken. Besonders die steigenden Konsumausgaben und Investitionen sollen zur wirtschaftlichen Dynamik beitragen, unterstützt durch staatliche Entlastungsmaßnahmen und anhaltende Reallohnzuwächse.

Die Bundesregierung plant, zusätzliche öffentliche Investitionen und strukturelle Reformen durchzuführen. Für 2026 stehen insgesamt 118,2 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung, um die Rahmenbedingungen für Innovationen zu verbessern. Allerdings bleibt der Außenhandel ein struktureller Schwachpunkt, da geopolitische Spannungen und Protektionismus die Exportperspektiven belasten.

Herausforderungen der Branche

Die aktuelle wirtschaftliche Erholung wird jedoch durch zahlreiche Herausforderungen gehemmt. Ein Bericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zeigt, dass die österreichische Wirtschaft zwar langsam wieder auf die Beine kommt, jedoch an Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie leidet, vor allem aufgrund von US-Importzöllen. Während für 2026 und 2027 ein moderates BIP-Wachstum von 0,9 % bzw. 1,1 % erwartet wird, bleibt der private Konsum verhalten und die Sparquote über dem Niveau der Jahre 2012 bis 2019. Die Inflation wird 2025 mit 3,0 % prognostiziert, sinkt jedoch im Jahr 2026 auf 1,8 %.

Die Herausforderungen, die in der Neujahrsveranstaltung thematisiert wurden, spiegeln sich also nicht nur auf lokaler, sondern auch auf nationaler Ebene wider. Unternehmerinnen und Unternehmer in Scheibbs sind gefordert, sich diesen Rahmenbedingungen anzupassen und innovative Lösungen zu finden, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern. In Anbetracht der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026, bei der die ÖFB-Nationalmannschaft in Santa Barbara residieren wird und das gewünschte Basecamp von der FIFA bestätigt wurde, könnte auch eine positive Stimmung im Sport zur Stärkung der Wirtschaft beitragen.

Für die Unternehmer in der Region Scheibbs bleibt es wichtig, die Chancen und Herausforderungen im Blick zu behalten. Der Austausch von Erfahrungen und das Networking in der Wirtschaftskammer können dabei helfen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.