In Scheibbs hat eine spannende Aktion zur Verkehrssicherheit stattgefunden. Die Glühwürmchen „Glitzi“ und die Henne „Berta“ besuchten die Volksschule, um den Kindern die Wichtigkeit von Sichtbarkeit im Straßenverkehr näherzubringen. Veranstaltet wurde diese Initiative vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), welches sich dafür einsetzt, dass Kinder lernen, wie sie sich bei Dunkelheit und schlechter Sicht besser schützen können.
Die Kinder hatten die Möglichkeit, mit einem kostenlosen Bastelkoffer selbst Reflektoren zu gestalten und sich in Glühwürmchen zu verwandeln. Dabei wurde ihnen vermittelt, dass helle Kleidung und Reflektoren nicht nur modisch, sondern vor allem lebensrettend sind. Christian Kräutler vom KFV erklärte, dass dunkel gekleidete Fußgänger erst aus 20-30 Metern erkannt werden, während helle Kleidung und Reflektoren bereits aus 150 Metern sichtbar sind. Solche Präventionsmaßnahmen können das Unfallrisiko um bis zu 50 Prozent senken.
Die Bedeutung der Sichtbarkeit
Die Unfallstatistik für 2024 ist alarmierend: 3.070 verletzte Kinder und vier Todesfälle in Österreich sind eine klare Mahnung, wie wichtig es ist, die Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu erhöhen. Laut einer KFV-Sichtbarkeitserhebung waren 60% der Fußgänger und Radfahrer schlecht sichtbar. Bei Kindern lag dieser Anteil sogar bei 24%. In der dunklen Jahreszeit ist die Sichtbarkeit besonders wichtig, da die Fähigkeit, Objekte zu erkennen, bei Nacht um etwa 80% abnimmt.
Ein weiterer besorgniserregender Fakt ist, dass jährlich durchschnittlich 124 Verkehrsteilnehmende bei schlechter Sicht sterben. Fast die Hälfte der getöteten Fußgänger und fast ein Fünftel der getöteten Radfahrer starben unter diesen Bedingungen. Nur 21% der beobachteten Fußgänger trugen Reflektoren, und lediglich 16% hatten helle Kleidung an. Daher ist es entscheidend, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene die Empfehlungen für Sichtbarkeit ernst nehmen: Helle Kleidung, auffällige Muster und reflektierende Materialien sind unerlässlich.
Praktische Tipps für mehr Sicherheit
Für Fußgänger und Radfahrer gibt es einige Verhaltensregeln, die helfen können, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Blickkontakt mit Autofahrern herstellen, gesicherte Überquerungen nutzen und Fahrräder mit Lichtern und Reflektoren ausstatten sind nur einige davon. Autofahrer sollten ebenfalls ihre Aufmerksamkeit erhöhen, ihr Tempo anpassen und darauf achten, dass Scheinwerfer und Scheiben sauber sind.
Besonders Fahrradfahrer sollten darauf achten, dass ihre Beleuchtung der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) entspricht. Blinkende Scheinwerfer sind nicht erlaubt, aber blinkende Leuchten am Körper oder Rucksack können die Sichtbarkeit erhöhen. In der Dämmerung sollte das Licht am Fahrrad immer eingeschaltet werden, insbesondere im Winter, wenn rutschige Stellen durch feuchtes Laub oder Überfrieren entstehen können.
Die Initiative „Glühwürmchen“ zielt darauf ab, dass die Kinder das Gelernte in ihren Alltag integrieren und die Tipps auch bis ins Erwachsenenalter präsent bleiben. Denn nur durch ein gemeinsames Bewusstsein für Sichtbarkeit können wir die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig verbessern.
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir die umfassenden Ressourcen des KFV, die wichtige Daten und Tipps zur Verkehrssicherheit bereitstellen. Mehr dazu finden Sie hier.