In Niederösterreich sorgt eine Petition für Aufsehen, die sich gegen die sogenannte „Kastrationsmüdigkeit“ in den Gemeinden richtet. Gabriele Drechsler ist die Initiatorin dieser wichtigen Initiative, die die verpflichtende Teilnahme aller niederösterreichischen Gemeinden am Katzenkastrationsprojekt fordert. Ihr persönlicher Antrieb für dieses Engagement war das Verschwinden ihres Katers Gismo vor über zwei Jahren. Diese tragische Erfahrung öffnete ihr die Augen für das Leid der Streunerkatzen in der Region, und sie begann, sich intensiver mit der Thematik zu beschäftigen. Immer mehr Streunerkatzen, darunter der unkastrierte Kater ‚Momo‘, tauchten in ihrem Garten auf. Momo wurde schnell zum Symbol ihrer Bewegung.
Die Petition hat mittlerweile 4.394 Unterschriften gesammelt, doch viele Gemeinden weigern sich, an dem geförderten Projekt „Kastriere 1, rette 100“ teilzunehmen, obwohl das Land zwei Drittel der Kosten trägt und die Gemeinden nur ein Drittel übernehmen müssen. Drechslers eigene Gemeinde, Rosenburg-Mold, hat Anträge auf Unterstützung für die Jahre 2023 und 2025 abgelehnt. Einige Gemeinden behaupten, es gäbe bei ihnen keine Streuner und lehnen Angebote der Stiftung Comun ab, die bereit ist, die Hälfte des verbleibenden Gemeindeanteils zu übernehmen. Dies führt dazu, dass engagierte Privatpersonen und Tierschutzvereine die Kastrationskosten fast vollständig alleine tragen müssen. Offizielle Unterstützer der Petition sind prominente Persönlichkeiten wie Gut Aiderbichl, Chris Lohner sowie Julia und Thomas Stipsits. Weitere Informationen zur Petition finden Sie hier.
Erfolgreiche Mobilisierung
Drechsler berichtet, dass die Unterstützung für die Petition innerhalb einer Woche von über 2.700 auf über 4.000 Unterschriften angewachsen ist. Ing. Marcus Serringer, Geschäftsführer des Tiermedizinischen Zentrums (TMZ) Teesdorf, hat die Initiative aktiv unterstützt. Ab dem 26. Januar wird die Petition auf der Homepage des TMZ verlinkt und in Wartezimmern angezeigt, um noch mehr Menschen zu erreichen. Zudem kontaktierte Drechsler persönlich Tierkliniken und Tierärzte in Niederösterreich, um deren Unterstützung für die Petition zu gewinnen. Um die Verbreitung zu erleichtern, wurde ein Flyer zur Petition zum Download bereitgestellt. Ein eindrucksvolles Bild von Mister Daisy, einem ehemaligen Streuner, wurde auf Drechslers Facebook-Seite geteilt, um die Bedeutung der Unterschriften zu verdeutlichen. Das nächste Ziel ist die 3.000er-Marke, und die Unterstützer werden aufgefordert, den Link zur Petition in ihren Netzwerken zu teilen. Weitere Informationen zur Petition finden Sie hier.
Ein wichtiges Anliegen
Die Kastration von Streunern ist ein zentrales Thema, das nicht nur in Niederösterreich, sondern weltweit von Bedeutung ist. Die unkontrollierte Fortpflanzung von Streunerkatzen führt zu einer Überpopulation, die nicht nur den Tieren selbst schadet, sondern auch zu Problemen für die Gemeinden führen kann. Kastrationsprojekte sind eine wichtige Maßnahme, um das Leid der Tiere zu mindern und die Population nachhaltig zu regulieren. Wer mehr über die Hintergründe und die Notwendigkeit von Kastrationen erfahren möchte, kann weitere Informationen hier nachlesen.