In Niederösterreich brodelt es gewaltig im Bereich der Innovation und Technologie. Der Hightech-Inkubator accent, unter der Leitung von CEO Michael Moll, spielt eine zentrale Rolle im heimischen Startup-Ökosystem. Accent verfolgt eine spezifische Investmentphilosophie, die sowohl das SpaceTech- als auch das AgriTech-Segment im Blick hat. Am Flughafen Wien betreibt accent das ESA BIC Lab in Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), wo SpaceTech-Startups an der Serienfertigung innovativer Technologien arbeiten. Angesichts des jährlichen Wachstums des SpaceTech-Marktes von 15 bis 20 Prozent wird klar, wie wichtig eine unabhängige Weltraum-Infrastruktur für Europa ist.
Zusätzlich hat der accent Makerspace in Tulln eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Aus einer landwirtschaftlichen Fachschule entstand ein AgriTech-Hub, der bereits 19 Startups, drei Hektar Testfelder und moderne Glashäuser beherbergt. Innovative Projekte wie Ensemo, AgroBiogel, NOSI und Beetle ForTech zeigen, wie vielfältig die Ansätze für nachhaltige Landwirtschaft sind. Accent unterstützt diese Startups nicht nur bei größeren Finanzierungsrunden, sondern schafft auch wertvolle Verbindungen zu EU-Organisationen. Dabei wird betont, dass die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs durch mehr Selbstbewusstsein gestärkt werden sollte. Gründer und Gründerinnen können sich direkt an accent wenden, um Unterstützung zu erhalten.
Erfolgsgeschichte von Ensemo
Eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten aus dem accent Makerspace ist die Ensemo GmbH, die am 19. Februar 2026 als einziges Unternehmen aus Österreich im EIC Accelerator des Europäischen Innovationsrats (EIC) ausgezeichnet wurde. Mit einem Fördervolumen von 467 Millionen Euro für 61 Start-ups und KMUs aus 17 Ländern erhält Ensemo eine wichtige Stütze für seine innovative Technologie „SeedJection“, die den Einsatz von Mikroorganismen in der Landwirtschaft optimiert. Ziel dieser Technologie ist es, nachhaltigere und effizientere Prozesse in der Landwirtschaft zu etablieren.
Die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hebt die Bedeutung dieser EIC-Förderung für die Innovationskraft Niederösterreichs hervor. Ensemo wurde 2019 im AplusB-Programm bei accent inkubiert und wurde von der Gründerin Birgit Mitter geleitet, die im Vorjahr mit dem Phönix-Preis ausgezeichnet wurde. Der EIC Accelerator gilt als wichtiges EU-Förderprogramm für Deep-Tech-Unternehmen und kombiniert öffentliche Zuschüsse mit privaten Investitionen, was für die schnelle Marktreife der Technologie von entscheidender Bedeutung ist.
Österreich als Vorreiter in der Agrartechnologie
Österreich etabliert sich zunehmend als führender Innovationsstandort für Agrartechnologie und Lebensmittelinnovationen in Europa. Der AgriTech-Sektor wächst rapide und umfasst mittlerweile über 50 aktive Startups. Diese profitieren nicht nur von der zentralen Lage Österreichs in der EU, sondern auch von einer starken Kaufkraft und gut strukturierten Förderprogrammen. Die Nachfrage nach nachhaltigen Lebensmittelsystemen ist dabei kontinuierlich steigend, was die Relevanz dieser Entwicklungen unterstreicht.
Zu den innovativen Startups gehören beispielsweise smaXtec, das intelligente Kuh-Gesundheitsüberwachung anbietet, und Revo Foods, das 3D-gedruckte pflanzliche Meeresfrüchte produziert. Diese und viele weitere Unternehmen zeigen, wie Technologien wie künstliche Intelligenz, 3D-Druck und IoT die Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Teller transformieren. Österreich positioniert sich damit als europäisches Zentrum für nachhaltige AgriTech-Innovation und bietet einen vielversprechenden Ausblick auf die Zukunft der Landwirtschaft.





