In Niederösterreich wird bereits die nächste Weinkönigin gesucht, die das Weinland für die Amtsperiode 2026 bis 2028 repräsentieren soll. Die Krone für die Niederösterreichische Weinkönigin wurde in diesem Jahr neu gestaltet, und auch die Stellvertreterinnen werden mit neuen Amtsinsignien ausgestattet. Die amtierende Weinkönigin, Laura Hummel, trat ihr Amt im Frühjahr 2024 an und hat seither gemeinsam mit ihren Stellvertreterinnen den niederösterreichischen Wein sowohl im In- als auch im Ausland vertreten. Diese Rolle ist nicht nur prestigeträchtig, sondern auch mit viel Verantwortung verbunden.
Die Weinkönigin hat rund 220 Einsätze pro Jahr, darunter Auftritte bei Weinfesten, Fachveranstaltungen und internationalen Verkostungen. Sie fungiert als Testimonial für den heimischen Wein und das Bundesland Niederösterreich. Reinhard Zöchmann, Präsident des Weinbauverbands Niederösterreich, hebt den wertvollen Beitrag der Weinkönigin zur Steigerung des Images, der Bekanntheit und der Nachfrage des Weins hervor. Die Tradition der Weinköniginnen hat in Österreich eine lange Geschichte – sie besteht seit über 68 Jahren und ist ein fester Bestandteil der Weinbaukultur.
Die Anforderungen an die Weinkönigin
Die neue Weinkönigin soll nicht nur das Weinland Niederösterreich jung, innovativ und kompetent repräsentieren, sondern auch über fundiertes Fachwissen zum Herkunft, Charakter und Genusswert der Weine verfügen. Idealerweise bringt sie Erfahrungen aus einem Weinbaubetrieb oder eine weinbezogene Ausbildung mit. Die Wahl der Weinkönigin erfolgt durch eine Expertenkommission, die die Kandidatinnen auf ihre persönliche Verbindung zum Weinbau, ihre hohe Fachkompetenz und ihr professionelles Auftreten überprüft.
Die Weinkönigin hat vielfältige Aufgaben: Sie präsentiert den niederösterreichischen Wein, führt kommentierte Weinverkostungen durch und hält Fachvorträge. Auch Auftritte bei Fachveranstaltungen und Eröffnungen gehören zu ihrem Tätigkeitsfeld. Unterstützt wird die Weinkönigin von zwei Vize-Weinköniginnen, die ebenfalls rund 200 Einsätze pro Jahr absolvieren. Die Amtszeiten der Weinkönigin wechseln jährlich zwischen Niederösterreich und Burgenland, was die Relevanz dieser Position im österreichischen Weinbau unterstreicht.
Die Geschichte des Weinbaus in Österreich
Österreich hat eine lange Weinbaugeschichte, die bis zu den Kelten und Illyrern zurückreicht. Die ältesten Funde von Weinbau stammen aus Zagersdorf im Burgenland und sind auf 750 v. Chr. datiert. Unter den Römern erlebte der Weinbau einen Aufschwung, und Kaiser Probus hob im Jahr 280 n. Chr. das Anbauverbot für Weingärten nördlich der Alpen auf. Diese historischen Wurzeln prägen die Identität des österreichischen Weinbaus bis heute.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde Wien zum Zentrum des Weinbaus und Weinhandels im Donauraum. Der Weinbau in Österreich entwickelte sich weiter, und im 16. Jahrhundert erreichte er seine größte Ausdehnung. Trotz Rückschlägen, wie dem Verlust von Weinbauflächen durch Klimaveränderungen und Krankheiten im 19. Jahrhundert, wurde die Weinproduktion kontinuierlich optimiert. Heute umfasst die Weinbaufläche in Österreich rund 50.875 Hektar, wobei Niederösterreich mit 30.594 Hektar die größte Anbaufläche aufweist.
Die Rolle der Weinkönigin ist also nicht nur ein Symbol für Tradition, sondern auch ein lebendiger Teil der Weiterentwicklung und Förderung des niederösterreichischen Weins. Mit der bevorstehenden Wahl wird nicht nur eine neue Repräsentantin gesucht, sondern auch ein neues Kapitel in der Geschichte des niederösterreichischen Weinbaus aufgeschlagen. Für die Weinkönigin bedeutet dies die Möglichkeit, in die Fußstapfen einer langen Reihe von Vorbildern zu treten, die das Weinland Niederösterreich mit Leidenschaft und Hingabe vertreten haben. Mehr Informationen zur Weinkönigin finden Sie hier und zur Geschichte der Weinköniginnen hier.