Heute ist der 11.02.2026, und in Neunkirchen wird die närrische Zeit mit viel Enthusiasmus gefeiert. Die Stadt ist bekannt für ihre ausgeprägten Faschingstraditionen, insbesondere die Herstellung von Fastnachtsorden, die eine zentrale Rolle im Karneval spielen. Der Neunkircher Karnevalsausschuss hat in diesem Jahr mit einem innovativen Orden, der echtes Blaulicht enthält, den ersten Platz beim „Orden des Jahres“ im Saarland gewonnen. Solche kreativen Ansätze sind typisch für die Region, wo der Kinderkarnevalsverein KKV Hoppeditz in den letzten Jahren mit innovativen Ideen auftrumpft.
Vereinspräsidentin Ulla Karthein erinnert sich, dass die Tradition der Fastnachtsorden ursprünglich mit geschnitzten Exemplaren aus dem Schwarzwald begann. Doch die hohen Kosten führten zur Einführung von Plastikorden, die sich jedoch als wenig haltbar erwiesen. In einem bemerkenswerten Schritt hat Olaf Karthein, der Schatzmeister des KKV Hoppeditz, die Initiative für nachhaltige Orden ergriffen. So begann der Verein, individuell bedruckte Bierdeckel als Orden zu verwenden. Die Produktion der meisten Orden hat sich mittlerweile aus Deutschland nach China verlagert, was den Verein dazu veranlasste, alternative Materialien zu suchen.
Nachhaltigkeit im Fokus
In der vergangenen Karnevalssaison wurden Holzherzen mit einem Aufkleber des Sessionsmottos als Orden verwendet. Für dieses Jahr hat der KKV Hoppeditz eine spannende Kooperation mit einer Bäckerei in Neunkirchen ins Leben gerufen, um essbare Orden herzustellen. Diese Initiative spiegelt den aktuellen Trend wider, der sich umweltfreundlicheren Alternativen im Karneval widmet. Die Fastnacht steht oft in der Kritik, besonders wenn es um das Müllproblem bei großen Umzügen geht. Einwegartikel wie Plastikkonfetti und Plastikbecher tragen erheblich zur Umweltbelastung bei, und viele Fastnachtskostüme landen nach den Feierlichkeiten im Müll.
Städte und Vereine suchen zunehmend nach umweltfreundlicheren Lösungen. In Mainz beispielsweise wurden neue Maßnahmen zur Müllvermeidung etabliert, das Werfen von Plastikkonfetti ist ab dem Rosenmontagszug verboten. Stattdessen setzt man auf natürlich verpacktes Wurfmaterial wie Erdnüsse in Schale und die Verwendung von Mehrwegbechern, um Einwegplastik zu reduzieren. Die Hochschule Mainz hat kreative Ansätze entwickelt, um das Bewusstsein für die Müllproblematik zu schärfen, indem sie einen Oktopus aus gesammeltem Plastik bastelte, der während des Rosenmontagszugs Plastikmüll einsammeln soll.
Tradition trifft Innovation
Die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Fastnacht und Umweltschutz gewinnt zunehmend an Bedeutung. In Neunkirchen und darüber hinaus gibt es Bestrebungen, die Tradition der Fastnachtsorden mit modernen, nachhaltigen Ideen zu verbinden. Initiativen wie „Fassenacht, e sauber Sach'“ in Mainz zeigen, dass es möglich ist, Spaß und Verantwortung zu vereinen. Die Verwendung von umweltfreundlicher Deko ohne Plastik und Glitzer sowie die Förderung von selbstgemachten Kostümen und Second-Hand-Kleidung sind nur einige der Ansätze, die den Karneval frischer und umweltbewusster gestalten sollen.
Insgesamt zeigt sich, dass der KKV Hoppeditz und die Neunkircher Faschingsgemeinschaft mit ihren kreativen und nachhaltigen Lösungen einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Fastnacht leisten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Traditionen weiterentwickeln und in Zukunft noch mehr umweltbewusste Innovationen hervorgebracht werden.
Für weitere Informationen über den KKV Hoppeditz und deren Aktivitäten besuchen Sie bitte diese Webseite.
Für einen umfassenderen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit in der Fastnacht, werfen Sie einen Blick auf diesen Artikel.