Heute ist der 19.02.2026 und in Neunkirchen tut sich etwas Spannendes für unsere gefiederten Stadtbewohner: Ein innovatives Taubenloft, umgebaut aus einem Schiffscontainer, wurde angeliefert. Dieses neue Zuhause für die Tauben hat eine Kapazität für bis zu 200 Tiere und bietet nicht nur eine Futterstelle, sondern auch einen geschützten Unterschlupf. Der Umbau des Containers, der durch eine Firma aus Hamburg realisiert wurde, hat die Stadt rund 25.000 Euro gekostet. Das neue Taubenhaus ersetzt ein altes, das aufgrund von Vandalismusschäden nur eingeschränkt genutzt werden konnte, und bietet den Tauben nun mehr Komfort.

Die Aufstellung des Containers erfolgt auf einer erhöhten Position in der Nähe des Bahnhofs, wo die Stadt eine Fläche bei der Deutschen Bahn gepachtet hat. Der Standort wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Taubenverein ausgewählt, um sicherzustellen, dass die Tauben geschützt sind und nah an ihren bisherigen Futterstellen leben. Ein bemerkenswerter Aspekt dieses Projekts ist, dass künftig nur hochwertiges Taubenfutter ausgegeben wird, was die Lebensqualität der Tiere erheblich steigern soll. Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) betont dabei, dass die Stadttauben nicht vollständig aus dem Stadtbild entfernt werden sollen, sondern in ein neues, besseres Umfeld integriert werden.

Die Futterversorgung und Herausforderungen

Ein wichtiger Teil der Taubenpflege in Neunkirchen wird von Sylvia Hautz und zwei Helferinnen übernommen, die regelmäßig die Tauben an der Blies füttern. Mehrere hundert Tauben warten dort täglich auf Futter. Die Fütterung erfolgt einmal täglich, wobei täglich 37 Kilogramm Getreidekörner und Mais bereitgestellt werden – und das das ganze Jahr über. Diese regelmäßige Versorgung ist entscheidend, um die Taubenpopulation im Griff zu behalten, besonders nachdem die Tauben nach den Abrissarbeiten in der Innenstadt durch den Sparkassenneubau präsenter geworden sind.

Eine Herausforderung bleibt jedoch das Wildfüttern mit ungeeigneter Nahrung, was laut Silvia Hautz ein anhaltendes Problem darstellt. Um dem entgegenzuwirken, plant das Ordnungsamt, Bußgelder von bis zu 5000 Euro gegen Wildfütterer einzuführen. Zudem wird das Taubenhaus von der Stadt Saarbrücken gereinigt und gefüttert, da der Verein Stadttauben Saarbrücken personell überlastet ist. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Verein jedoch aktiv und kümmert sich weiterhin um das Wohl der Tauben.

Langfristige Strategien zur Taubenpopulation

Die Stadt Neunkirchen verfolgt mit diesem neuen Taubenhaus nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern plant auch langfristige Strategien zur Kontrolle der Taubenpopulation. Unternehmen wie Plumaris bieten Unterstützung für Städte bei Problemen mit großen Stadttaubenpopulationen. Ihr Ziel ist es, maßgeschneiderte Konzepte zu entwickeln, um Sauberkeit, Hygiene und Gebäudeschutz zu verbessern. Dabei legen sie Wert auf nachhaltige Lösungen, die Gesundheitsrisiken reduzieren und die Lebensqualität für Mensch und Tier im urbanen Raum steigern.

Ein interdisziplinäres Team aus Tiermedizin, Management und Stadtökologie arbeitet an wissenschaftlich fundierten Beratungen, einschließlich der Verwendung von Tierarzneimitteln zur Fruchtbarkeitsreduktion. Dies zeigt, wie wichtig es ist, sowohl tierschutzkonforme Vergrämungsmaßnahmen als auch gesetzeskonforme Umsetzungen zu berücksichtigen. Die Stadt Neunkirchen setzt mit dem neuen Taubenloft und der verbesserten Fütterung auf eine tierfreundliche und effektive Lösung für die Taubenpopulation.