In Mödling, einer Stadt mit einer lebendigen Gemeinschaft und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten, steht der Eislaufplatz im Stadtbad auf der Kippe. Die finanzielle Lage lässt die Stadtverwaltung über eine mögliche Schließung nachdenken. Erstmals haben Vertreter der Bürger:innen-Initiative „Eis In der Stadt Mödling“ mit Bürgermeisterin Sylvia Drechsler (SPÖ) über die Situation gesprochen. Auch Vizebürgermeister Rainer Praschak (Grüne) und Stadtbadleiter Mehmed Alajbeg (SPÖ) waren Teil des Gesprächs. Die Initiative betont die zentrale Rolle des Eislaufplatzes als Sportstätte und sozialen Treffpunkt für die Bevölkerung.

Die Initiative hat in Gesprächen mit Eltern, Kindern, Jugendlichen, Senioren und Vereinen fast 8.000 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt. Die Bürgermeisterin und der Stadtbadleiter forderten die Initiative auf, für ein regionales Hallenprojekt zu werben, was von der Initiatorin Katrin Pürer als Rollenmissbrauch kritisiert wird. Sie verlangt von der Stadtführung, die politische Verantwortung zu übernehmen. Bürgermeisterin Drechsler plant, Lösungen erst nach einer vollständigen Fixierung der Situation öffentlich zu machen. In der Diskussion äußerte Stadtrat Markus Gilly (SPÖ), dass die Technik des Eislaufplatzes veraltet sei und die laufenden Kosten hoch wären. Eine Eishalle sei finanziell nicht tragbar, was die Diskussion über die Zukunft des Eislaufplatzes weiter anheizt. Die FPÖ hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und fordert den Erhalt des Eislaufplatzes, während sie die Stadtregierung für fehlende klare Bekenntnisse kritisiert.

Petition für den Eislaufplatz

Zusätzlich zur Bürger:innen-Initiative wurde in Mödling eine Petition gegen die Schließung des Eislaufplatzes gestartet, die sich direkt an die Stadtverwaltung richtet. Die Unterstützer argumentieren, dass der Eislaufplatz ein wichtiger Freizeitort für die Bevölkerung ist und die Schließung negative Auswirkungen auf die Gemeinschaft haben könnte. Auch diese Petition hat bereits eine beträchtliche Anzahl an Unterschriften gesammelt, was das große Interesse und die Sorge der Mödlinger Bevölkerung unterstreicht.

Die Situation rund um den Eislaufplatz wirft Fragen zur Stadtentwicklung und den schwindenden Freizeitflächen auf. Die Bürger:innen-Initiative sieht Mängel in der Planung und fordert mehr politische Verantwortung, um die Freizeitangebote in der Stadt zu sichern. Die Entscheidung über die Zukunft des Eislaufplatzes liegt in den Händen von Bürgermeisterin Drechsler, und die öffentliche Diskussion scheint noch lange nicht beendet zu sein.

Vergleich mit anderen Eislaufplätzen

In Österreich gibt es zahlreiche weitere Eislaufplätze, die als beliebte Freizeitorte dienen. Zum Beispiel der Wiener Eislaufverein, gegründet 1867, bietet eine Fläche von über 6.000 m² und ist von Ende Oktober bis Anfang März geöffnet. Der Wiener Eistraum am Rathausplatz zieht mit 9.500 m² und einer Saison von Mitte Januar bis Anfang März ebenfalls viele Besucher an. In Graz erwartet die Eisläufer die Grazer Winterwelt, die mehr als 2.800 m² Fläche bietet und von Mitte November bis Anfang Februar geöffnet ist.

Die Vielfalt der Eislaufmöglichkeiten in Österreich zeigt, dass solche Plätze nicht nur einen sportlichen Wert haben, sondern auch soziale Treffpunkte sind, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. Gerade in Zeiten, in denen Freizeitflächen schrumpfen, ist es wichtig, die bestehenden Angebote zu schützen und weiterzuentwickeln.