Die NÖ Landesregierung hat kürzlich die Förderung für ein neues Pflegeheim in Perchtoldsdorf beschlossen. Die Harg Holding GmbH erhält hierbei bis zu 17,28 Millionen Euro für die Neuerrichtung der Pflegeeinrichtung. Dieses Vorhaben ist besonders wichtig, da das alte Beatrixheim in der Elisabethstraße 2023 aufgrund akuter Mängel und Baufälligkeit außer Dienst gestellt wurde. Die Bewohner mussten in umliegende Einrichtungen verlegt werden, da eine Sanierung wirtschaftlich nicht vertretbar war.

Der Weg für eine Neuentwicklung einer stationären Pflegeeinrichtung mit 144 Pflegebetten wurde bereits für 2024 geebnet. Die neue Einrichtung wird 96 Einbett- und 24 Zweitbettzimmer umfassen, wodurch moderne Standards und ein nachhaltiger Neubau geschaffen werden. Der alte Beatrixheim-Bau wird abgebrochen und durch diese zukunftsorientierte Einrichtung ersetzt. Dieses Projekt ist Teil eines umfassenden Plans, den Ausbau der Pflegeheime in Niederösterreich voranzutreiben. Der Landtag hat vor über drei Jahren den Ausbau um 300 Millionen Euro bis 2030 beschlossen, was bereits zur Schaffung von 300 neuen Plätzen geführt hat, während mehrere Hundert weitere in Planung oder im Bau sind.

Wichtige Entwicklungen in der Pflege

Die Investitionsförderung pro errichtetem Platz wurde von 80.000 Euro auf 120.000 Euro angehoben, was die Attraktivität solcher Projekte weiter steigert. Diese Maßnahmen sind Teil einer breiteren Strategie zur Verbesserung der Pflegeinfrastruktur in Österreich. Laut einem Bericht der ORF NÖ sind die Veränderungen in der Pflegepolitik dringend notwendig, um den Bedarf an hochwertigen Pflegeplätzen zu decken.

Die Herausforderungen in der Pflege sind jedoch nicht nur baulicher Natur. Die Unterstützung für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige ist ein zentrales Thema in der österreichischen Sozialpolitik. Pflege daheim kann eine große Belastung darstellen, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Gesundheits-, Lebens- und Familiensituation. Eine Studie des Instituts für Pflegewissenschaft und dem Institut für Soziologie der Universität Wien hat ergeben, dass rund 801.000 Personen informell in die Pflege zu Hause involviert sind, während 146.000 Menschen in der stationären Langzeitpflege tätig sind. Insgesamt sind 947.000 Erwachsene in die Pflege involviert, was etwa 10 Prozent der österreichischen Bevölkerung entspricht.

Qualität in der Pflege

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Qualität der Pflege. Es fehlt an einer einheitlichen Darstellung der Pflegequalität im Bereich der formellen Pflege. Um dem entgegenzuwirken, wurde 2022 eine „Arbeitsdefinition für Qualität professioneller Betreuung und Pflege“ erarbeitet, die mit verschiedenen Stakeholdern abgestimmt wurde. Diese Definition wird dazu beitragen, die Standards in der Pflege zu erhöhen und die Zufriedenheit der Betroffenen zu steigern. Informationen zu Alten- und Pflegeheimen sind auf der Website des Infoservice zugänglich.

Insgesamt zeigt die Entwicklung in Perchtoldsdorf und die geplanten Maßnahmen der NÖ Landesregierung, dass die Pflegeinfrastruktur in Österreich aktiv verbessert wird, um den Bedürfnissen der älteren Bevölkerung gerecht zu werden. Die Herausforderungen sind groß, doch mit einem koordinierten Ansatz und der Einbeziehung aller Beteiligten kann eine zukunftsfähige Pflege sichergestellt werden.