Die kommenden Monate bringen für viele Verbraucher eine spürbare Erleichterung beim Einkauf von Lebensmitteln. Ab Juli 2026 wird die Mehrwertsteuer auf bestimmte Nahrungsmittel in Österreich von 10% auf 4,9% gesenkt. Das betrifft eine Vielzahl von Produkten, darunter Milch, frische Hühnereier, Gemüse, Obst und Backwaren. Nicole Berkmann, Unternehmenssprecherin von Spar Österreich, hat bereits bestätigt, dass diese Senkung vollständig an die Kunden weitergegeben wird. Dies dürfte auch die Preise in den Sozialmärkten, wie den soogut Märkten, positiv beeinflussen, da deren Geschäftsführer Wolfgang Brillmann mit günstigeren Preisen rechnet, da sich diese an den regulären Verkaufspreisen orientieren. Ein Testeinkauf im Supermarkt ergab, dass durch die Mehrwertsteuersenkung eine Ersparnis von 0,82 Euro erzielt werden kann, was bei einem Einkauf von 38,59 Euro durchaus bemerkenswert ist. Quelle.

Doch nicht nur in der Lebensmittelbranche gibt es steuerliche Veränderungen. Zum Jahreswechsel wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt, um die Gastronomie zu entlasten. Trotz dieser Senkung zeigen die aktuellen Preisentwicklungen in Restaurants und Cafés in verschiedenen Bundesländern ein anderes Bild. In Bayern stiegen die Preise im Januar 2026 um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während Berlin mit einem Anstieg von 2,1 Prozent und Brandenburg mit 3,8 Prozent nicht weit hinterherhinken. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) begrüßte die Maßnahme der Bundesregierung als wichtig für die Stärkung der Gastronomie. Dennoch gibt es kritische Stimmen, wie die von Ökonom Friedrich Heinemann, der die Steuersenkung als ungerechtfertigt bezeichnet und argumentiert, dass vor allem wohlhabende Haushalte davon profitieren. Quelle.

Herausforderungen in der Gastronomie

Die Situation in der Gastronomie ist jedoch nicht nur durch steuerliche Aspekte geprägt. Viele Gastronomen sehen sich mit gestiegenen Kosten und einem akuten Personalmangel konfrontiert. Marcus Schmalbein, Inhaber des „Wuppertaler Hofs“ in Remscheid, äußert, dass die gestiegenen Kosten nicht einfach an die Kunden weitergegeben werden können, was seine Gewinnmarge weiter unter Druck setzt. Der Personalmangel ist ein weiteres drängendes Problem; Edmund Joska, Inhaber des Gasthauses „König von Preußen“, hat Schwierigkeiten, genügend Personal zu finden, was zu Umsatzverlusten führt und die Teilnahme an Veranstaltungen an Wochenenden unmöglich macht. Diese Herausforderungen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass viele Betriebe schließen mussten. Laut Dehoga-Zahlen ist die Anzahl der Gastronomiebetriebe in Nordrhein-Westfalen von 2014 bis 2023 um fast 1.500 gesunken. Quelle.

Insgesamt zeigt sich, dass die Senkung der Mehrwertsteuern zwar eine positive Entwicklung für Verbraucher mit sich bringt, die tatsächlichen Preisentwicklungen jedoch von vielen Faktoren abhängen, darunter Angebot und Nachfrage sowie die wirtschaftliche Lage der Gastronomiebetriebe. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die erhofften Entlastungen auch tatsächlich in den Geldbörsen der Verbraucher ankommen und wie die Gastronomie mit den bestehenden Herausforderungen umgehen kann.