In der Stadt Mödling, einem malerischen Ort im Bezirk Mödling in Niederösterreich, wurde kürzlich ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Notfallversorgung angekündigt. Der Rettungsdienst wird durch die Einführung von „First Respondern“ unterstützt, die speziell ausgebildete Rettungs- oder Notfallsanitäter sind. Diese Entscheidung wurde bereits im Dezember des Vorjahres im Gemeinderat beschlossen und ist nun in die Umsetzung gegangen. Die Stadtgemeinde finanziert die erforderliche Notfallausrüstung, die lebensrettende Geräte wie Defibrillatoren, Sauerstoff, Handfunkgeräte und CO-Warner umfasst. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die „First Responder“ im Ernstfall optimal ausgestattet sind, um gefährdete Personen schnellstmöglich zu unterstützen, wie berichtet wird.

Am Dienstag, dem 10. Februar, fand eine Kickoff-Veranstaltung statt, an der unter anderem Bürgermeisterin Silvia Drechsler und Stadtrat Tim Pöchhacker teilnahmen. Diese Zusammenkunft diente nicht nur der Information, sondern auch der Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren, wie dem Roten Kreuz. Die „First Responder“ werden alarmiert, um bei lebensbedrohlichen Notfällen schnell zur Stelle zu sein und erste Maßnahmen zu ergreifen, bevor der reguläre Rettungsdienst eintrifft. Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen medizinischer Hilfe zu verkürzen, um die Überlebens- und Heilungschancen der Patienten zu erhöhen.

Die Rolle der First Responder

Insgesamt werden in Mödling vier „First Responder“ installiert, die parallel zu den regulären Rettungsmitteln alarmiert werden können. Diese Initiative ergänzt die bereits bestehenden 28 Defibrillator-Standorte im Stadtgebiet und ist Teil eines umfassenderen Plans, die Notfallversorgung in der Region weiter zu verbessern. Studien belegen, dass die schnelle Intervention von „First Respondern“ die Überlebensraten bei plötzlichem Herzstillstand signifikant erhöhen kann. In den USA beispielsweise liegt die Überlebensrate bei First Respondern bei 9,4 Prozent im Vergleich zu 7,7 Prozent bei reinem Rettungsdienst. Auch in Europa, einschließlich Spanien, sind ähnliche Ergebnisse zu beobachten, wo „First Responder“ oft schneller am Einsatzort eintreffen, wie in aktuellen Nachrichten hervorgeht.

Eine der größten Herausforderungen bei plötzlichem Herzstillstand ist die Zeit bis zur Wiederbelebung. Studien zeigen, dass die Überlebenschancen um 7 bis 10 Prozent pro Minute sinken, wenn keine sofortige Hilfe erfolgt. Die Einführung der „First Responder“ in Mödling ist daher als ein entscheidender Schritt zu betrachten, um die Zeit bis zur Durchführung von lebensrettenden Maßnahmen zu verkürzen. Die moderne Smartphone-Technologie ermöglicht eine schnelle Geolokalisierung und Alarmierung der Ersthelfer, was die Effizienz dieser Initiative weiter erhöht.

Ein Blick auf die Zahlen

In Deutschland erlitten im Jahr 2022 schätzungsweise rund 136.000 Menschen außerhalb einer Klinik einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand, was einem Durchschnitt von 370 Fällen pro Tag entspricht. Von diesen Fällen begannen etwa 50 Prozent der Betroffenen mit Wiederbelebungsmaßnahmen durch den Rettungsdienst. Die Überlebensrate stabilisierte sich bei knapp elf Prozent, jedoch ist dies im internationalen Vergleich noch ausbaufähig. Der Rettungsdienst in Deutschland hat in den letzten Jahren immer wieder Kritik für seine Reaktionszeiten erhalten, die oft hinter den Erwartungen zurückbleiben, wie die AOK berichtet.

Die Einführung der „First Responder“ in Mödling könnte somit nicht nur die lokale Notfallversorgung revolutionieren, sondern auch als Vorbild für andere Städte dienen, die ihre Rettungsstrukturen verbessern möchten. Mit weiteren geplanten Projekten in den kommenden Jahren ist die Hoffnung verbunden, die Überlebenschancen bei medizinischen Notfällen in Mödling nachhaltig zu steigern.