In Mödling wird ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Notfallversorgung gemacht: Die Stadtgemeinde hat beschlossen, vier First Responder zu installieren, um den Rettungsdienst zu unterstützen. Dieses Projekt wurde bereits im Vorjahr vom Gemeinderat beschlossen und wird nun in die Tat umgesetzt. Die Stadt finanziert die notwendige Notfallausrüstung, zu der Defibrillatoren, Sauerstoff, Handfunkgeräte und CO-Warner gehören. Ein Kickoff-Infogespräch mit Bürgermeisterin Silvia Drechsler, Stadtrat Tim Pöchacker und Vertretern des Roten Kreuzes hat den offiziellen Startschuss gegeben. Das Hauptziel dieser Initiative ist es, die Zeit bis zum Eintreffen medizinischer Hilfe zu verkürzen, wodurch die Überlebens- und Heilungschancen für Patienten in Notlagen steigen können. Die First Responder sind spezielle, ausgebildete Rettungs- bzw. Notfallsanitäter, die parallel zu den regulären Rettungsmitteln alarmiert werden.

Diese Maßnahme ergänzt die bereits bestehenden 28 Standorte von Defibrillatoren im Stadtgebiet und ist Teil eines größeren Plans, um die Überlebenschancen bei medizinischen Notfällen in Mödling weiter zu verbessern. Die Installation der First Responder ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer umfassenden Notfallversorgung, die im besten Fall Leben retten kann. Denn der plötzliche Herzstillstand kann überall und jederzeit auftreten, und die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt bereits um 7–10 % pro Minute, wenn keine Hilfe geleistet wird. Hier kommen die First Responder ins Spiel: Sie sind oft 2–5 Minuten vor dem regulären Rettungsdienst vor Ort und beginnen sofort mit lebensrettenden Maßnahmen.

Die „Kette der Überlebenshilfe“

Ein zentraler Aspekt in der Notfallversorgung ist die sogenannte „Chain of Survival“, die vier entscheidende Schritte zur Rettung bei Herzstillstand beschreibt: das frühe Erkennen des Herzstillstands und den Notruf, die frühe Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), die frühe Defibrillation und die professionelle Versorgung durch Notärzte. Studien belegen, dass die Einbeziehung von First Respondern die Überlebensraten bei Herzstillstand signifikant erhöht. In den USA beispielsweise zeigt das CARES-Register, dass die Überlebensrate bei First Respondern bei 9,4 % bis zur Krankenhausentlassung liegt, während sie bei reinem Rettungsdienst nur bei 7,7 % beträgt. Ähnliche Ergebnisse wurden in Europa und Spanien dokumentiert, wo First Responder im Durchschnitt schneller am Einsatzort sind und die Überlebensraten deutlich ansteigen.

Die Implementierung solcher Systeme ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Ausbildung und Organisation von Ersthelfern. Eine Schlüsselstrategie zur Erhöhung der Überlebensrate ist die Verbesserung der Verfügbarkeit von geschulten Personen, die schnell Wiederbelebung (CPR) leisten können. Auch moderne Smartphone-Technologie spielt eine entscheidende Rolle, indem sie eine schnelle Geolokalisierung und Alarmierung von Ersthelfern in der Nähe von Herzstillstandopfern ermöglicht. Solche Systeme haben gezeigt, dass die Zeit bis zur CPR vor dem Eintreffen der regulären Notfallmediziner verkürzt wird, was direkt mit einer erhöhten Überlebensrate und besseren neurologischen Ergebnissen korreliert.

Fazit und Ausblick

Die Einführung der First Responder in Mödling ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer effektiveren Notfallversorgung. Es zeigt sich, dass gut organisierte Ersthelfer-Systeme ein kritischer Bestandteil der „Kette der Überlebenshilfe“ sind. Die Stadt plant, diese Initiative weiter auszubauen und zusätzliche Projekte zur Verbesserung der Überlebenschancen bei medizinischen Notfällen zu entwickeln. Mödling könnte somit zu einem Vorbild für andere Städte werden, wenn es darum geht, die Notfallversorgung zu optimieren und die Bereitschaft zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen in der Bevölkerung zu fördern. Es bleibt spannend, wie sich diese Entwicklungen in den kommenden Jahren gestalten werden.

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