Am 19. Februar 2026, an seinem 66. Geburtstag, wurde Andrew Mountbatten-Windsor, der ehemalige britische Prinz, in Norfolk festgenommen. Die Thames Valley Police führte die Festnahme durch, die aufgrund des Verdachts auf Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erfolgte. Laut Berichten hat Andrew, der seit 2019 keine royalen Pflichten mehr wahrnimmt und im Oktober 2022 seinen Prinzentitel verloren hat, vertrauliche Dokumente an Epstein weitergegeben. Dazu gehören Berichte über offizielle Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur sowie ein als „vertraulich“ eingestufter Bericht über Rohstoffvorkommen in Afghanistan. Diese Vorgänge werfen ein beunruhigendes Licht auf die Praktiken britischer Handelsgesandter, die zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, über Informationen, die sie während ihrer Reisen erhalten.

Die Polizei durchsuchte nicht nur Andrews Anwesen in Sandringham, sondern auch das Gelände von Schloss Windsor. Nach zwölf Stunden Polizeigewahrsam wurde Andrew wieder freigelassen, doch die Untersuchung zu den Amtsmissbrauchsvorwürfen, die von Assistant Chief Constable Oliver Wright von der Thames Valley Police bestätigt wurde, ist noch im Gange. Neun britische Polizeibehörden werten derzeit rund drei Millionen Seiten von Epstein-Akten aus, während Premierminister Keir Starmer alle, die über relevante Informationen verfügen, auffordert, sich zu melden. In diesem Kontext äußerte sich auch König Charles III., der besorgt über die Vorwürfe ist und betonte, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse.

Die Reaktionen auf die Festnahme

Die Festnahme Andrews hat sowohl in Großbritannien als auch international Wellen geschlagen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Festnahme als „eine Schande“. Der Vorwurf des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt, insbesondere die Weiterleitung vertraulicher Dokumente, trifft einen ehemaligen Prinzen, der bereits mit schweren Vorwürfen konfrontiert wurde. Virginia Giuffre, ein Opfer von Epstein, hatte Andrew in der Vergangenheit des Missbrauchs beschuldigt; diese Zivilklage wurde mit einem Vergleich beigelegt. Tragischerweise beging Giuffre im April Suizid, was die Situation umso komplexer macht. Die Familie von Giuffre hat sich über die Festnahme erleichtert gezeigt und betont, dass niemand über dem Gesetz steht.

Zusätzlich wird die Polizei auch einen weiteren Vorwurf gegen Andrew prüfen, der mit einer Frau in Verbindung steht, die zu einer Adresse in Windsor gebracht worden sein soll. Dies könnte die Ermittlungen weiter anheizen und zusätzliche Kontroversen nach sich ziehen.

Ein globales Netz von Verbindungen

Die Auswirkungen der Epstein-Affäre sind nicht nur auf Großbritannien beschränkt. Umfangreiche Daten zu Jeffrey Epstein bringen auch andere prominente Personen in Bedrängnis. In Europa stehen bereits mehrere Politiker, Adelige und Wirtschaftsvertreter unter Druck. Beispielsweise musste der britische Ex-Wirtschaftsminister Peter Mandelson aufgrund möglicher Vorwürfe seinen Posten als britischer Botschafter in den USA räumen. In Norwegen, Schweden und der Slowakei haben hochrangige Persönlichkeiten ebenfalls Konsequenzen erfahren, und in Lettland, Litauen und Polen laufen offizielle Ermittlungen zu den Dokumenten.

Die Verbindungen von Epstein zu mächtigen Personen und die Enthüllungen über sein weitreichendes Netzwerk in Europa zeigen, wie tiefgreifend die Auswirkungen dieser Affäre sind. Während in den USA die Auswirkungen geringer sind, haben die europäischen Länder mit einem Sturm von Enthüllungen und Rücktritten zu kämpfen. Andrew Mountbatten-Windsor steht dabei im Mittelpunkt eines Skandals, der nicht nur die Monarchie, sondern auch die politischen Strukturen in Großbritannien und darüber hinaus erschüttert.

Für die kommende Zeit bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Festnahme entwickeln werden und ob weitere prominente Persönlichkeiten ins Visier der Ermittlungen geraten. Die gesamte Situation ist ein eindringlicher Hinweis darauf, dass die Schatten der Vergangenheit immer wieder ans Licht kommen können.

Für weiterführende Informationen über die Hintergründe und Entwicklungen in diesem Fall können Sie den Artikel auf Merkur und Tagesschau nachlesen.