In den letzten Wochen haben sich engagierte Freiwillige auf die Suche nach Amphibien im Wienerwald gemacht. Ihr Ziel ist es, diese schützenswerten Tiere sicher zu ihren Laichgewässern zu begleiten. Ein Lokalaugenschein in Gaaden zeigt eindrucksvoll den Einsatz der Helfer, die seit Anfang März einen Amphibienzaun entlang der Bundesstraße gespannt haben. Verena Eisenkölbl, eine der Freiwilligen, die seit vier Jahren dabei ist, berichtete von der wichtigen Arbeit, die sie und ihre Mitstreiter leisten. An einem einzigen Tag wurden 131 Erdkröten und acht Springfrösche über die Straße gebracht – ein beeindruckendes Ergebnis ihrer täglichen Kontrollen.
Eisenkölbl, die Biologie studiert und an einer Mittelschule unterrichtet, ist auch kreativ aktiv: Sie entwickelt eine Amphibien-Rätselrallye für das Naturhistorische Museum. Der Amphibienschutzverein Gemeinde Wienerwald betreut insgesamt sieben Schutzstrecken, wobei im Vorjahr bereits 8.801 Amphibien unterstützt wurden. Die Zäune wurden Ende Februar 2023 aufgebaut, und die Kontrolle der Kübel erfolgt nun zwei Mal täglich – nach der Dämmerung und frühmorgens. Eltern und Kinder sind ebenfalls in die Kontrollen eingebunden, was den Gemeinschaftssinn stärkt.
Die Bedeutung des Amphibienschutzes
Die Initiative „Amphibienschutz Wienerwald“ ist nicht nur ein lokales Projekt, sondern Teil einer größeren Bewegung, die sich mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinandersetzt. Amphibien sind besonders anfällig für Veränderungen in Temperatur und Niederschlag, was ihren Bestand gefährdet. Umso wichtiger ist es, dass engagierte Bürger:innen sich für den Schutz dieser Tiere einsetzen. Die Initiative wird durch fachkundige biologische Betreuung unterstützt und sucht ständig nach weiteren Freiwilligen, die bereit sind, während der Wanderphase der Amphibien zu helfen.
Um aktiv mitzuhelfen, müssen Freiwillige mindestens 16 Jahre alt sein und motorisiert, da der Schottenhof nicht öffentlich erreichbar ist. Die Bereitschaft, im März und April mindestens zwei Dienste pro Woche zu übernehmen, ist ebenfalls erforderlich. Interessierte finden weitere Informationen auf der Homepage der Initiative.
Ein globales Problem
Die Herausforderungen, vor denen Amphibien weltweit stehen, sind alarmierend. Der globale Rückgang zahlreicher Arten ist ein besorgniserregendes Phänomen, das auch im deutschsprachigen Raum die Aufmerksamkeit der Zooverbände und Privathalter auf sich zieht. Diese setzen sich aktiv für den Erhalt von Amphibien ein. Die Stiftung Artenschutz unterstützt weltweit Schutzprojekte für hochbedrohte Arten, die sowohl direkte Schutzaktivitäten als auch angewandte Forschung beinhalten.
Zusätzlich werden Erhaltungszuchten in Verbindung mit Wiederansiedlungsplänen gefördert und Fachpersonal fortgebildet. Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sind ebenso Teil des Engagements, um das Bewusstsein für die bedrohten Amphibienarten zu schärfen. Der „Amphibien-Fonds“, der von der Stiftung Artenschutz in Zusammenarbeit mit Zooverbänden und Tierhalterverbänden eingerichtet wurde, spielt eine wichtige Rolle in der finanziellen Unterstützung solcher Projekte. Weitere Informationen zu den weltweiten Bemühungen finden Sie auf der Website der Stiftung Artenschutz.