In der Region Mistelbach wird derzeit heftig um die Zukunft des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf diskutiert. Die Bürgerplattform Interessengemeinschaft Pro Schwerpunktkrankenhaus Mistelbach hat sich für den Erhalt des Klinikums als Schwerpunktkrankenhaus stark gemacht. In einem Schreiben an den Rechnungshof wird um Prüfung der geplanten Maßnahmen des Gesundheitspakts 2040+ gebeten. Ziel dieser Prüfung ist es, die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die langfristigen Auswirkungen auf die medizinische Versorgung in der Region zu klären. Die Niederösterreichische Landesregierung hat die Niederösterreichische Landesgesundheitsagentur beauftragt, einen umfassenden Plan für die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich zu entwickeln.
Im Zuge dessen wird die Errichtung eines neuen Schwerpunktkrankenhauses „Weinviertel Süd-West“ geplant. Dies führt jedoch zu einer Reduktion der Leistungen am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf, das bis jetzt als Leitspital des Weinviertels fungierte. Man muss sich bewusst sein, dass die geschätzten Kosten für das Neubauprojekt rund eine Milliarde Euro betragen, während zentrale Abteilungen wie Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Neurologie in das neue Klinikum verlagert werden sollen. Die Plattform betont die Wichtigkeit einer langfristigen medizinischen Versorgung im Weinviertel und fordert auch den Erhalt aller Spitalsabteilungen.
Ängste und Bedenken der Bevölkerung
Die Diskussion über die Zukunft der Spitalsabteilungen ist in der Bevölkerung ein heißes Eisen. Verschiedene Interessensgruppen und Bürger zeigen sich besorgt über mögliche Schließungen oder Einschränkungen der medizinischen Versorgung. Die Bedenken sind nicht unbegründet, denn die lokale Bevölkerung sieht die Gefahr, dass die medizinische Grundversorgung in der Region leiden könnte. Die Plattform und viele Bürger fordern daher, dass alle Spitalsabteilungen erhalten bleiben, um die Qualität der Versorgung sicherzustellen.
Angesichts der geplanten Maßnahmen und der anstehenden Prüfungen durch den Rechnungshof ist es von zentraler Bedeutung, die wirtschaftlichen Grundlagen und die regionalen Versorgungsnotwendigkeiten kritisch zu hinterfragen. Die Interessengemeinschaft fordert, dass die Entscheidungsgrundlagen des Gesundheitspakts 2040+ den Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit entsprechen.
Ein umfassender Plan für die Gesundheitsversorgung
Der Hintergrund dieser Überlegungen ist der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) für Niederösterreich 2025, der am 17. Dezember 2018 beschlossen wurde. Dieser Plan dient der integrativen Planung der Gesundheitsversorgung und umfasst sowohl die ambulante ärztliche Versorgung als auch die Versorgungsstrukturen der Akutkrankenanstalten. Ziel des RSG ist eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung für alle Bürger.
Die Analyse der Ist-Versorgungssituation sowie die Bedarfsabschätzung werden durch die Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Investitionen in die Gesundheitseinrichtungen auch tatsächlich den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen. Doch wie wird die Umsetzung des RSG in der Praxis aussehen, und wird die Versorgung im Weinviertel tatsächlich langfristig gesichert? Diese Fragen werden nicht nur die Bürger von Mistelbach beschäftigen, sondern auch die Verantwortlichen in der Landesregierung.
Eine Infoveranstaltung, die am 19. Februar 2026 um 19 Uhr im Atrium, Liechtensteinstraße 102273 in Hohenau an der March stattfinden wird, könnte erste Antworten auf die drängenden Fragen bieten. Die Bürger sind aufgerufen, ihre Meinungen und Anliegen zu äußern, denn letztendlich geht es um die Gesundheit und die Zukunft der Region.