Die letzten Tage waren für die Gemeinde Poysdorf bittersüß, denn am 29. September 2025 wurde das Ende einer Ära eingeläutet: Die Postfiliale, die seit 1564 ein vertrauter Bestandteil des Alltags war, hat ihre Türen geschlossen. Eine Filiale mit stolzen 461 Jahren Geschichte ist nun Geschichte. Viele Bewohner waren sichtlich betroffen von dieser unerwarteten Schließung, die von der Post mit roten Zahlen begründet wurde. So mancher in der Stadt hatte gehofft, dass es doch noch eine Lösung geben könnte, doch diese Hoffnungen scheinen nun zu schwinden.

Die letzten Tage der Filiale waren geprägt von Dank und Abschied. Anton Paltram, Vorsitzender der Postgewerkschaft der Bezirksgruppe Mistelbach, und sein Stellvertreter Egon Englisch bedankten sich herzlich bei der letzten Leiterin, Petra Gaunersdorfer, für ihre langjährige, freundliche Betreuung der Kunden. Bei einem kleinen Abschied wurde ihr viel Glück für ihre neue Stelle in der Postfiliale in Laa a.d. Thaya gewünscht. Die Poysdorfer Bevölkerung schätzte stets ihr hilfsbereites Entgegenkommen, was an den zahlreichen Emotionen deutlich wurde, die bei der Schließung zu spüren waren.

Demonstration gegen die Schließung

Trotz der traurigen Umstände lassen sich viele Poysdorfer nicht einfach unterkriegen. Egon Englisch, ein eingefleischter Post-Fan, hat eine Demonstration organisiert, die am Freitag, ab 10 Uhr, stattfinden soll. Der Ruf nach einer genauen Prüfung der Schließungsgründe ist laut und wird von vielen Unterstützern geteilt. „Wir lassen uns die Postfiliale nicht einfach wegnehmen!“, sagt Englisch entschlossen. Eine Verlagerung zu einem Postpartner oder einer Automatenstation soll die Filiale ersetzen, doch die Unsicherheiten bleiben groß.

Poysdorf mit seinen 5.700 Einwohnern ist nicht die einzige Gemeinde, die von den Schließungen betroffen ist. Österreichweit stehen insgesamt 15 Poststellen auf der Streichliste, darunter auch eine in Wilhelmsburg im Bezirk St. Pölten. Die Post hat auf einen grundlegenden Wandel im Wirtschaftszweig und die Verlagerung zu Transportdiensten verwiesen, was nicht gerade zuversichtlich stimmt.

Zukunft der Post in Poysdorf

Die Verhandlungen über einen möglichen Erhalt der Filiale laufen noch, doch viele in der Gemeinde sind skeptisch. Josef Wild, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Gewerkschaft, erklärte, dass die Post in Poysdorf keinen Ersatz anbieten müsse, da im Umkreis von zehn Kilometern bereits ein Postpartner existiert. Diese Informationen werfen ein weiteres Licht auf die Situation und erhöhen die Sorgenfalten der Anwohner.

Ob Poysdorf sich mit einem Postpartner oder einer Automatenstation zufriedengeben kann, bleibt abzuwarten. Die Menschen in der Stadt hoffen weiter, dass ihre Stimmen gehört werden und sie nicht endgültig auf eine wichtige Anlaufstelle in ihren täglichen Leben verzichten müssen. MeinBezirk und Krone berichten über die aktuelle Lage und die anstehenden Protestaktionen.